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Kirche und Arbeitsintegration: «Das gibt Menschen Selbstvertrauen»

Gut bedient - zum Beispiel von der «Gassechuchi». Deren Catering-Angebot «öffentlich-genüsslich» ist gefragt. | © 2017 Verein Kirchliche Gassenarbeit / Jutta Vogel
Gut bedient - zum Beispiel von der «Gassechuchi». Deren Catering-Angebot «öffentlich-genüsslich» ist gefragt. | © 2017 Verein Kirchliche Gassenarbeit / Jutta Vogel

Die Arbeit in der Gastronomie eignet sich gut für Menschen mit einer Benachteiligung. Bei Anlässen Einrichtungen für solche Menschen zu berücksichtigen, ist ein Gewinn für beide Seiten. Die Landeskirche macht gute Erfahrungen – und will zur Nachahmung anregen.

Ein Sommerabend im vergangenen Juni auf der Terasse am Abendweg 1 in Luzern. Landeskirche und Bistumsregionalleitung feiern «20 Jahre Haus St.  Agnes». Ein Dreierteam des Jugenddorfs Knutwil steht am Grill, drei Tische sind beladen mit Köstlichkeiten. Den Gästen mundets, und sie sparen nicht mit Lob. «Das gibt unseren Jugendlichen Selbstvertrauen, was ihnen aufgrund ihrer schwierigen Biografie meist fehlt», sagt Oskar Schöpfer, Bereichsleiter Ausbildung, Produktion und Dienstleistungen im Jugenddorf.
Der Landeskirche aufgetischt haben auch schon Klientinnen und Klienten des Vereins kirchliche Gassenarbeit in Luzern. Oliver Wehrli, Leiter des Catering-Angebots «öffentlich-genüsslich», stellt fest, dass die Kunden oft überrascht seien von der Qualität des Essens und dem angenehmen Ambiente. Standing Ovations am Schluss sind nicht selten: «Das ist natürlich Balsam auf die Seele unseres Personals.»

Arbeit schaffen, Den Horizont erweitern
Synodalratspräsidentin Renata Asal-Steger spricht von einem «Gewinn für beide Seiten»: Caterings aus Einrichtungen für Menschen mit einer Benachteiligung würden dort sinnvolle Arbeit, Ausbildungsplätze und direkten Kundenkontakt ermöglichen. «Und uns als Bestellerin ermöglichen solche Momente Begegnungen und Nähe mit Menschen, mit denen wir sonst selten in Kontakt kommen.» Eine Erfahrung, die bereichere.
Die Gastronomie bietet Tätigkeiten an, für die Menschen sich in kurzer Zeit die nötigen Fertigkeiten aneignen können. Zudem gibt es auf dem Arbeitsmarkt Stellen für Mitarbeitende mit geringer beruflicher Qualifikation. «Deshalb machen Gastronomieangebote für Stellensuchende Sinn», sagt David Jund, Leiter Bildung im Bereich berufliche Integration bei der Caritas Luzern. Diese betreibt in Luzern zwei Restaurants mit zusammen 25 Arbeitsplätzen. Caterings sind ein weiteres Standbein. «Tendenz zunehmend», stellt Jund fest. Das Jugenddorf richtet jährlich in den eigenen Räumen 40 bis 50 Bankette für bis zu 200 Personen aus, hinzu kommen um die 20 externe Caterings. In der Küche betreuen drei ausgebildete Mitarbeitende jeweils zwei bis vier Jugendliche, und es gibt drei Ausbildungsplätze.

«Ein soziales Engagement»
Preislich sind alle drei Anbieter konkurrenzfähig. Dies streichen sie allerdings nicht hervor, zumal ihnen bewusst ist, dass manche Kirchgemeinden und Pfarreien örtliche Anbieter berücksichtigen wollen. «Wir verarbeiten allerdings viele Produkte von örtlichen Anbietern», sagt dazu Oskar Schöpfer. «Diese profitieren also mit. Zudem geben wir Einblick in unser Schaffen mit den Jugendlichen, was unsere Gäste immer wieder interessiert aufnehmen.» Die Arbeitsvergabe an Einrichtungen wie das Jugenddorf Knutwil sei gleichzeitig ein soziales Engagement, betont Schöpfer. Das unterstreicht David Jund von der Caritas: «Wer uns berücksichtigt, unterstützt ein sinnvolles Angebot für Stellensuchende. Und: Caritas ist schliessliches ein kirchliches Hilfswerk.»

Dominik Thali

 

 

Gut bedient

«Kirche – weitsichtig handeln»: 2016 haben Landeskirche und Bistumsregionalleitung unter diesem Thema ökologische Massnahmen umgesetzt, 2017 setzen sie im Bereich soziale Nachhaltigkeit den Schwerpunkt auf die Arbeitsintegration. Wenn es um Speis’ und Trank geht, handelt die Landeskirche schon länger danach. Sie berücksichtigt bei Apéros und Festen an ihrem Sitz in Luzern Einrichtungen für Menschen mit einer Benachteiligung – den Verein Kirchliche Gassenarbeit, das Jugenddorf Knutwil und die Caritas Luzern. Alle führen gastronomische Angebote, die sich auch für Kirchgemeinden gut eignen.