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Interreligiöse Friedensfeier: Kleine Schritte mit grosser Wirkung

Stein um Stein zum Friedensweg | © 2021 Sandra Dietschi
Stein um Stein zum Friedensweg | © 2021 Sandra Dietschi

«Die grossen Worte
sind verloren gegangen

Es heisst
mit winzigen Wörtern
werben
um Frieden und Liebe

im Namen der Religionen
im Namen der Ermordeten
im Namen der Lebenden
die leben wollen
im Gold und Grün
unserer Erde»

Mit den Worten der Lyrikerin Rose Ausländer wurde die diesjährige interreligiöse Friedensfeier im Rahmen der Woche der Religionen eröffnet, zu der die Luzerner Religionsgemeinschaften einluden. Am Samstagabend, 6. November, fanden sich ungefähr 80 Personen im Saal des Lukaszentrums in Luzern ein.

Ermutigende Worte der Veränderung

In der Mitte des Stuhlkreises ein Steinhaufen, Sinnbild für all das Brüchige der letzten Tage, Wochen und Monate, für all das Herausfordernde, Belastende und Unsichere. Wie gehe ich, wie gehen wir damit um? Wie gestalten wir als Religionsgemeinschaften diese und andere Veränderungen mit?

«In der Coronazeit habe ich ein neues Gefühl von Heimat erlebt.» Die Erfahrung einer gebürtigen Rumänin berührt, stimmt nachdenklich. «Mitten in der Coronazeit wagten wir uns an die Eröffnung eines Take-aways», tönt es aus einer anderen Geschichte. Diese persönlichen Erlebnisse vom Umgang mit Veränderungen wurden zu ermutigenden Gedanken, die hoffen lassen. Ihnen folgten Beispiele aus den religiösen Traditionen aus Schrift und Überlieferungen.

Stein um Stein

Ein wichtiges Element der Friedensfeiern sind jeweils die vorgetragenen Anliegen, Wünsche und Bitten um Frieden. In diesem Jahr wurden diese eindrücklich sichtbar gemacht mit den Steinen vom Steinhaufen – dem Sinnbild für Brüchigkeit und Unordnung. Nach jeder Bitte, jedem Friedenswunsch wurde mit einem Stein an einem Friedensweg gebaut. Ein Stein nach dem anderen bildete sich langsam ein Weg, dessen Lauf noch unklar war. Und das war gut so. Denn nichts ist in Stein gemeisselt.

Zur eindrücklichen syrisch-afghanisch-schweizerischen Musik von «Heimatklang» (Giulia Bättig, Alexander Graf, Peter Leder, Ronak Abdulrahim, Sayed Ashraf Sadat, Jawed Ahmadi, Qasim Arash und Mulugeta Ketema) wurden die Teilnehmenden eingeladen, mit ihren stillen Wünschen ebenfalls am Friedensweg mitzubauen. Stein um Stein, Bitte um Bitte bildeten einen Weg des Friedens ins Unbekannte, getragen von Hoffnung und Zuversicht in brüchigen Zeiten.

Die Friedensfeier ging weiter beim transkulturellen Apéro. Ermutigende Gespräche konnten Menschen und Religionsgemeinschaften verbinden.

Zum Herzweg

© Sandra Dietschi

Währenddessen bauten die Kinder ganz still und leise am begonnenen Friedensweg weiter. Aus dem Friedensweg wurde ein «Herzweg». Es sind wohl immer auch wieder die kleinen Schritte, die grosse Wirkung zeigen – Und auch das ist gut so.

Sandra Dietschi Sieber, Fachbereich Pastoral