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In der Karwoche werden die heiligen Öle verteilt

Ein silbernes Fläschchen für jedes Öl: Hofkirche-Sakristan Robert Halbheer füllt für Toni Krummenacher, Sakristan in St. Urban, die heiligen Öle ab. | © 2016 Dominik Thali
Ein silbernes Fläschchen für jedes Öl: Hofkirche-Sakristan Robert Halbheer füllt für Toni Krummenacher, Sakristan in St. Urban, die heiligen Öle ab. | © 2016 Dominik Thali

Am Montag in der Karwoche weiht der Bischof in der Kathedrale von Solothurn in der Chrisammesse die heiligen Öle. Am Mittwoch holen die Sakristaninnen und Sakristane die Öle für den Gebrauch in ihren Pfarreien in der Luzerner Hofpfarrei ab. Dies ist auch ein geselliger Anlass.

Im Sinn des Heiles, das uns Christus im Heiligen Geist schenkt, kennt die Kirche in ihrer Liturgie rituelle Salbungen und verwendet dazu drei heilige Öle: Das Katechumenenöl für die Salbung bei der Taufe, das Krankenöl für die Krankensalbung und das Chrisam ebenfalls für die Taufe, die Firmung, Priester- bzw. Bischofsweihe sowie bei der Weihe von Altären, Kirchen und Glocken. Alle drei heiligen Öle sind in der Regel Olivenöl, wobei dem Chrisam etwas Balsam beigemischt wird, der ihm einen besonderen Duft verleiht.

Silberne Gefässe, innen vergoldet
Jeweils am Montag in der Karwoche weiht Bischof Felix Gmür diese Öle in der Chrisammesse für das ganze Bistum. Für den Kanton Luzern bringt ein Mitarbeiter der Luzerner Pfarrei St. Leodegar die Öle nach Luzern. Von dort holen sie die Sakristaninnen und Sakristane zwei Tage darauf für den Gebrauch während des Jahres in ihren Pfarreien ab. Die Hof-Sakristane Robert Halbheer und Donat Affentranger füllen die Öle in die kleinen, oft silbernen und innen vergoldeten Gefässe ab, die in samtbeschlagenen Behältnissen aufbewahrt werden. Manche Sakristane holen eine grössere Menge ab und verteilen die Öle in ihrer Region weiter. Dies geschieht oft am Karfreitag. Am Karsamstag wiederum wird vielerorts das übrige Öl vom Vorjahr in Watte aufgesogen und Osterfeuer verbrannt.

In der alten Hofschule, wo die tönernen Amphoren mit den Ölen stehen, ist nach dem Abfüllen aber noch nicht Schluss. Im Raum nebenan wird bei Kaffee und Kuchen noch eine Weile geplaudert und ausgetauscht. Das Abholen der heiligen Öle ist immer auch ein geselliger Anlass.

 

Die heiligen Öle in den drei grossen tönernen Amphoren, aus denen sie abgefüllt werden. Viele Pfarreien haben dafür kleine silberne Gefässe in samt­beschlagenen Behältnissen. | © 2016 Dominik Thali

Die heiligen Öle in den drei grossen tönernen Amphoren, aus denen sie abgefüllt werden. Viele Pfarreien haben dafür kleine silberne Gefässe in samt­beschlagenen Behältnissen. | © 2016 Dominik Thali

Aus dem «Luzerner Kirchenschiff» vom April 2016. Zur ganzen Ausgabe und früheren Nummern: hier…