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Im Thurgau kräht der Güggel fünf Mal

Schafe statt Rasenmäher auf  Kirchenland: ein «tierisches» Beispiel aus dem Thurgau. | © 2015 pd
Schafe statt Rasenmäher auf Kirchenland: ein «tierisches» Beispiel aus dem Thurgau. | © 2015 pd

Wie muss die Kirche handeln, damit das «gemeinsame Haus» Erde, wie es Papst Franziskus in seiner Enzyklika «Laudato si’» nennt, auch morgen noch steht? Das «Kirchenschiff» nimmt das Thema in einer Serie auf. In dieser Ausgabe: Das kirchliche Umweltlabel «Grüner Güggel».

«Dass es eine Aufgabe der Kirchen und Gemeinden ist, sich für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung einzusetzen, steht für mich ausser Frage. Es genügt nicht, auf Missstände hinzuweisen, sondern ist längst Zeit für einen schöpfungsverträglicheren und fairen Lebensstil auch in den Kirchen. Es motiviert mich, dass im kirchlichen Umweltmanagement Leute verschiedener Parteien, Behördenmitglieder, Seelsorgende und Gläubige, Fachleute und Laien zusammenarbeiten und dieses Anliegen mittragen.
Eine Kirchgemeinde muss bis zum ‹Grünen Güggel› mit etwa zwei Jahren rechnen. Bei uns fünf Kirchgemeinden im Thurgau stiessen fast überall auch Personen zu den Teams, die sonst wenig oder gar nicht in der Kirche engagiert sind. Das Umweltmanagement war und ist ein Projekt der katholischen Landeskirche Thurgau, was stark zum Gelingen beigetragen hat.

Es geht nicht nur um Energie
Die fünf Kirchgemeinden der ersten Staffel haben zusammen 230 Massnahmen auf den Weg gebracht. Besonders freut mich, dass manche ihre zum Teil grossen Liegenschaften zur Heimat von selten gewordenen Tieren und Pflanzen gemacht haben und Menschen sich daran freuen. Das zeigt auch: Es geht nicht nur um Energie, sondern zum Beispiel auch Biodiversität, um die Beschaffungen oder die Solidarität, also welche Werke wir unterstützen oder wo wir Mitglied sind. Dass man Kosten sparen kann, ist jedoch eine wesentliche Begleiterscheinung.

Der Grüne Güggel ist ein nachhaltiges Projekt. Grössere Vorhaben können auch später in Angriff genommen werden, zum Beispiel eine neue Heizung oder Solaranlage. Gut ist, dass wir als Gruppe unterwegs sind. Das gibt Zusammenhalt und stärkt das Projekt. Die Reaktionen waren überraschend zahlreich und überwiegend sehr positiv, und zwar von Kirchennahen wie -fernen wie auch Personen aus anderen Konfessionen und Religionen. Nebenbei: Einige Leute haben mir tatsächlich gesagt, dass das Projekt ‹Grüner Güggel› ihren Entscheid bekräftige, Kirchenmitglied zu bleiben. Es ist also ein empfehlenswertes Gemeindeprojekt.»

Gaby Zimmermann

Gaby Zimmermann, 58, Pfarreileiterin von Romanshorn, hat das Landeskirchen-Projekt «Grüner Güggel» der Kirchgemeinden Arbon, Ermatingen, Güttingen, Romanshorn und Sirnach mit Umweltberater Andreas Frei und der Kommission Kirche und Umwelt lanciert und durchgeführt.

 

Das Umweltzertifikat der Kirchen

Das Programm «Grüner Güggel» hilft Kirchgemeinden und kirchlichen Einrichtungen, ihre Umweltauswirkungen zu erfassen und zu vermindern. Wer alle Anforderungen erfüllt, wird mit dem gleichnamigen Zertifikat ausgezeichnet. Die kath. Kirchgemeinden Arbon, Ermatingen, Güttingen, Romanshorn und Sirnach erhielten im Herbst 2015 als erste zusammen mit der ref. Kirchgemeinde Meilen (im Dezember) den «Grünen Güggel». Der «Grüne Güggel» knüpft an den «Grünen Gockel» in Deutschland an, wo schon über 700 Kirchgemeinden, Bistumsverwaltungen oder Bildungshäuser dieses Zertifikat erworben haben. Mit dem kirchlichen Umweltmanagement nach dem «Grünen Güggel» untersuchen und verbessern die Teilnehmenden systematisch die Umweltverträglichkeit ihrer Liegenschaften, ihres Handelns und ihrer Angebote. Das Zertifikat muss regelmässig bestätigt werden. Der «Grüne Güggel» wird von der ökumenischen Fachstelle «oeku – Kirche und Umwelt» betreut.

www.oeku.ch | www.grüner-güggel.ch