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Frühlingsgezwitscher beim Vögeligärtli in Luzern

Sie ist zurück und ganz die Alte: die «Zwitscher-Bar», das Café für Begegnung, ist seit einigen Monaten wieder im Lukaszentrum in Luzern. Nach dem «Gastaufenthalt» am Franziskanerplatz während der Renovation hat Claudia Jaun die Leitung des ökumenischen Begegnungscafés von Bruno Fluder übernommen.

Es wird wieder gezwitschert beim Luzerner Vögeligärtli. Gemeint indes sind nicht die gefiederten Wesen, die aus ihren Winterlagern zurückkehren. Gemeint sind vielmehr die Gäste der «Zwitscher-Bar», eines besonderen Treffpunkts der reformierten Landeskirche Luzern und der katholischen Stadtkirche. Nach etwas mehr als zwei Jahren Gastaufenthalt am Franziskanerplatz ist das «Café für Begegnung und Beratung» zurück im Lukaszentrum. Neu leitet Claudia Jaun das ökumenische Café. Die Theologin war zuvor Seelsorgerin im Betagtenzentrum Eichhof Luzern. Dort wie auch in der «Zwitscher-Bar» sei Seelsorge ein Angebot für ein Gespräch zwischen zwei Menschen auf Augenhöhe. Dabei könnten Lebenskrisen zur Sprache kommen, Konflikte, müssten aber nicht. Manchmal könne auch ein Alltagsthema als Anfang für einen Dialog dienen, etwa das Wetter, so Jaun.

Unverbindliche Gespräche

Etwas ist ihr ganz besonders wichtig: «Seelsorge ist nicht Mission». Sie basiert zwar auf christlicher Tradition und damit auf einer Wertschätzung allen Menschen gegenüber, knüpft diese aber nicht an Vorbedingungen. Die Gespräche in der «Zwitscher-Bar» sind kostenlos. Sie können spontan zustandekommen oder geplant sein; manche Menschen kommen immer wieder zu einem Gespräch, andere nutzen das Angebot nur einmal. Jaun sagt: «Unsere Gespräche sind oft etwas Zusätzliches zu anderen Angeboten.» So ersetzt denn das «Zwitschern» auch keine Psychotherapie.

Schwebender Kaffee

Anfang des 20. Jahrhunderts entstand in Neapel der Brauch des «caffè sospeso» (schwebender Kaffee) – man lässt zum eigenen einen zweiten Kaffee anschreiben, der später von einer bedürftigen Person bezogen werden kann. Sozusagen «Nächstenliebe to go». Den «Schwebenden» gibts auch an der Morgartenstrasse 16, dort, wo neben Kaffee und Kuchen auch Seelsorge auf der Karte steht. Das Angebot zieht übrigens keineswegs nur Menschen in Not an. Jedenfalls ist immer ein «sospeso» angeschrieben, wohl von jemandem, dem ohne Kummer nach Zwitschern zumute war.

Thomas Stucki

Zwitscher-Bar, Morgartenstrasse 16, Luzern, offen von Montag bis Freitag jeweils von 12 bis 18.30 Uhr

Ökumenisch, kostenlos, niederschwellig

Claudia Jaun hat im Dezember die Leitung der Zwitscher-Bar im Lukaszentrum in Luzern übernommen. | © 2020 Thomas Stucki

Die Zwitscher-Bar ist eine Initiative der Katholischen Kirche Stadt Luzern und der Reformierten Kirche Luzern und wird finanziell von ihnen getragen. Geführt wird das Non-Profit-Angebot vom ökumenischen Verein niederschwellige Seelsorge Luzern. Die Zwitscher-Bar besteht seit Herbst 2012. «Unser Beratungsangebot ist unverbindlich, kostenlos und niederschwellig. Dadurch erleichtern wir bei Bedarf den Zugang zu einem seelsorgerlichen Gespräch», heisst es im Leitbild. Leiterin der Zwitscher-Bar ist Claudia Jaun.