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Freiwilligenarbeit: zum Beispiel Zeit schenken am Spitalbett

Schenken Zeit am Spitalbett (v.l.) Nana Anmstad (Leitung), Esther Stöckli, Doris Herzog und Anton Sidler | © Thomas Stucki
Schenken Zeit am Spitalbett (v.l.) Nana Anmstad (Leitung), Esther Stöckli, Doris Herzog und Anton Sidler | © Thomas Stucki

Ehrenamtliche ergänzen die Arbeit des pflegerischen und therapeutischen Spitalpersonals und auch der Seelsorge. Dabei gelingt ihnen ein ganz eigener Kontakt zu Patientinnen und Patienten. Bloss: Es fehlt an Freiwilligen für diese Aufgaben.

Den Austausch zwischen Menschen könne man zum Glück noch nicht digitalisieren, sagt Nana Amstad, welche das Seelsorge/Care-Team am Luzerner Kantonsspital (LUKS) leitet: «Freiwillige engagieren sich aus dem Herzen, professionelle Leistungen haben eine andere Charakteristik.»

Sitzwache: besser unbequem
Er verlange jeweils einen unbequemen Stuhl für seine Einsätze, sagt Anton Sidler. Ein bis zwei Mal im Monat verbringt er eine Nacht an einem Patientenbett. Stundenlang, in völliger Stille. Es könne aber auch laut werden, etwa wenn jemand Schmerzen habe, oder Angst. «Von einer Sekunde auf die andere», sagt er, «manche reissen sich die Infusionen weg, werden aggressiv». Das sei nicht persönlich gemeint, es seien Menschen in Grenzsituationen, Sterbende zum Beispiel, deshalb müsse man für diese Aufgabe in sich gefestigt sein. «Manche wollen eine Zigarette rauchen, andere wollen reden, es ist hinter jeder Tür anders», sagt Doris Herzog. Sie leitet den ehrenamtlichen Besuchsdienst des Spitals. Vielen Menschen werde in einer belasteten Situation bewusst, dass sie Körper, Geist und Seele seien: «Der Mensch als Patient will seine Seele zeigen», sagt Herzog. Obwohl es überhaupt nicht dauernd voller Tränen sei bei ihnen. Oft sei es auch lustig, was sie mit Patienten erlebe. Stehe einmal kein Name auf der Besuchsliste, machten sie trotzdem ihre Runde. Denn es freue sich immer jemand über Besuch.

Patientin dankt für ihr Leben
Es sind zumeist ältere Menschen und solche, die auch sonst zur Kirche gehen, die Esther Stöckli zum Spital-Gottesdienst begleitet. Aber viele Plätze bleiben leer. Die Aufenthaltsdauer sei kürzer als früher, das beeinflusse die Besucherzahlen. «Wer nicht mobil ist, kann den Gottesdienst im Spitalradio hören», sagt sie. «Einmal bedankte sich eine Patientin, dass sie noch lebt – nicht bei mir, versteht sich», sagt Stöckli und schmunzelt. Die Frau hatte eine schwere Operation überstanden.

Thomas Stucki

Luzerner Kantonsspital sucht Freiwillige

Das Luzerner Kantonsspital (LUKS) sucht Freiwillige für Sitz-Nachtwachen, Besuchs- und Begleitdienste, eine Gottesdienst-Begleitgruppe und einen musli­mischen Besuchsdienst. Das LUKS ist das grösste Zentrumsspital der Schweiz und sichert die medizinische Grundversorgung der Zentralschweiz.