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Eigene Umweltberater für die Kirche

Eine naturgerechte Gestaltung der eigenen Umgebung trägt viel zu einer «grüneren» Kirche bei. Das Bild entstand an einer Veranstaltung von «oeku». | ©  Claudia Baumberger
Eine naturgerechte Gestaltung der eigenen Umgebung trägt viel zu einer «grüneren» Kirche bei. Das Bild entstand an einer Veranstaltung von «oeku». | © Claudia Baumberger

Wie muss die Kirche handeln, damit das gemeinsame Haus Erde, wie es Papst Franziskus in seiner Enzyklika «Laudato si’» nennt, auch morgen noch steht? Das «Kirchenschiff» nimmt das Thema 2016 und 2017 auf. In dieser Ausgabe: der neue Lehrgang «Kirchliches Umweltmanagement». – Ein Beitrag zum Zweijahresmotto der katholischen Kirche im Kanton Luzern, «Kirche – weitsichtig handeln».

Das grosse Interesse an unserem neuen Lehrgang überrascht mich. Noch bevor wir den ersten ausgeschrieben hatten, meldeten sich ein gutes Dutzend Interessierte bei der ‹oeku›. Das grosse Plus ist, dass sich Kirchgemeinden über diesen Lehrgang das Wissen abholen können, um sich das Gütesiegel ‹Grüner Güggel› zu erarbeiten. Ideal ist, wenn eine Kirchgemeinde den Beschluss dazu bereits vorgängig fasst, eine bis zwei Personen schickt und dann während des Lehrgangs bereits loslegt.

Schöpfungsleitlinien festlegen

Das kirchliche Umweltmanagement ‹Grüner Hahn› ist in den letzten zehn Jahren in Deutschland entwickelt worden. Davon konnte ‹oeku› als Trägerverein in der Schweiz profitieren. Hierzulande weist ja jede Firma, die etwas auf sich hält, mit einem ISO-Zertifikat auf ihr Umweltmanagement hin. Die Standards des ‹Grünen Güggels› sind damit vergleichbar. Er ist aber auf Kirchgemeinden zugeschnitten und erschwinglich. Das kirchliche Umweltmanagement hat den Vorteil, dass Fragen behandelt werden, die besonders in Kirchgemeinden eine Rolle spielen. So earbeitet das kirchliche Umweltteam gemeinsam mit den Mitarbeitenden und der Gemeindeleitung sogenannte Schöpfungsleitlinien. Diese legen die Handlungsgrundsätze der Kirchgemeinde fest. Nach aussen dokumentieren sie die ökologische Verantwortung der Kirchgemeinde.
Eine gesunde Umwelt ist die Grundlage für unser Schaffen. Kirchen können keine pastoralen oder diakonischen Aufgaben übernehmen, wenn die Lebensgrundlagen zerstört sind. Immer mehr Leute erkennen, dass die Bewahrung der Schöpfung eine Kernaufgabe der Kirchen ist. Kommen diese ihrer Verantwortung nach, nehmen das die Menschen positiv wahr. Ich konnte bereits in einigen Gemeinden beobachten, dass sich dadurch gerade jüngere Menschen angesprochen fühlen. Schöpfungsgerechtes Handeln wirkt also auch nach aussen.

Kurt Aufdereggen

Kurt Aufdereggen, 46, ist Umweltbeauftragter des Vereins «oeku Kirche und Umwelt» in Bern. Der Sozialwissenschaftler arbeitet seit 18 Jahren bei der «oeku».

Aus dem «Luzerner Kirchenschiff» vom Juni 2016. Zur ganzen Ausgabe und früheren Nummern: hier…


Der «Grüne Güggel»

Der «Grüne Güggel» ist das Zertifikat für Kirchgemeinden, die ein Umweltmanagement nach Programm betreiben. Im September beginnt der erste Lehrgang für kirchliche Umweltberater, die Kirchgemeinden zu diesem Zertifikat führen. Er wird vom Verein «oeku Kirche und Umwelt» angeboten und umfasst sechs Kurstage. Das Bundesamt für Energie und die reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn unterstützen das neue Angebot. Der Lehrgang richtet sich an Mitglieder von Umweltteams, Kirchenräte, Sakristane und interessierte Gemeindemitglieder, die ihre Kirchgemeinde bis zum Zertifikat begleiten wollen. Idealerweise werden die Teilnehmenden von der Kirchgemeinde beauftragt.

Der Lehrgang beginnt am 16. September in Köniz bei Bern und findet bis im April 2017 an wechselnden Orten statt. Die Kosten betragen Fr. 1000.-, inkl. Verpflegung und Kursdokumentation.

Informationen: Kurt Aufdereggen: info@oeku.ch, 031 398 23 45, www.grüner-
güggel.ch | Anmeldung bis 1. September unter kurse@oeku.ch