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«Dual stark» oder: im Miteinander für die gleiche Sache

Nur im Miteinander kommt das (Kirchen-)Schiff voran: Wie Cartoonist Jonas Brühwiler das duale System sieht. | © 2017 www.jonas-comics.ch
Nur im Miteinander kommt das (Kirchen-)Schiff voran: Wie Cartoonist Jonas Brühwiler das duale System sieht. | © 2017 www.jonas-comics.ch

«Dual stark» lautet das  Schwerpunktthema von Synodalrat und Bistumsregionalleitung für die Jahre 2018 und 2019. In der katholischen Schweiz verantworten Seelsorge und Behörden die Kirche gemeinsam. Dieses weltweit einzigartige Neben- und Miteinander funktioniert gerade im Bistumskanton Luzern sehr gut, wie die Beteiligten betonen. Es müsse aber auch «immer wieder geübt werden».

«Wir leben und pflegen die Kultur der Zusammenarbeit im dua­len System», heisst der eine von zehn Leitsätzen im neuen, gemeinsamen Leitbild von Synodalrat und Bistumsregionalleitung. 2018 und 2019 legen sie darauf besonderes Augenmerk (siehe Kasten).

Hier die staatskirchenrechtlich, da die pastoral Verantwortlichen, und beide Führungslinien sind aufeinander angewiesen: Das Neben- und Miteinander von finanzieller und seelsorglicher Verantwortung gibt es in der katholischen Kirche weltweit nur in der Schweiz. «Ein System, das stark ist, aber auch sensibel», stellt Bischofsvikar Ruedi Heim fest. «Es funktioniert dort, wo auf die Zuständigkeiten und Kompetenzen Rücksicht genommen wird. Die Zusammenarbeit muss eng sein und immer wieder geübt werden.»

«Wir alle sind Kirche und es gibt nur eine Kirche»
Synodalrätin Renata Asal-Steger weiss darum als Präsidiumsmitglied der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz (RKZ), der Dachorganisation der Kantonalkirchen. Das neue Leitbild ist für sie «ein erfreuliches Beispiel» dafür, wie die pastorale und staatskirchenrechtliche Seite gemeinsam Verantwortung tragen. «Wir alle sind Kirche und es gibt nur eine Kirche», sagt Renata Asal-Steger. In den beiden Schwerpunktjahren solle das Bewusstsein dafür auf allen Ebenen wachsen.

Das Miteinander vorleben
Um dieses zu fördern, führen beispielsweise Bischofsvikar Ruedi Heim und Synodalrätin Annegreth Bienz-Geisseler, verantwortlich für das Ressort Kirchgemeinden, heikle Gespräche zu den Zuständigkeiten gemeinsam. Wichtig ist indes beiden, das Miteinander «generell vorzuleben, nicht nur bei Konflikten» (Bienz). So tagt der Synodalrat seit 2013 jährlich in einem Synodalkreis und trifft sich, zusammen mit dem Bischofsvikar, mit den dort Verantwortlichen zum Gespräch. Veranstaltungen wie diese sollten erlebbar machen, dass die gemeinsam getragene Verantwortung Früchte trägt, wenn sie auf Vertrauen, Wertschätzung und Respekt beruht, sagt Renata Asal-Steger.

Weiter werden nach den Wahlen im kommenden Herbst wieder Schulungshalbtage für die neuen Kirchenratsmitglieder stattfinden. Denkbar sei, 2019 zusätzlich für alle Kirchenratsmitglieder einen Kurs zum dualen System anzubieten, fügt Synodalverwalter Edi Wigger an. Ziel sei, die Basis zu motivieren, und das gegenseitige Verständnis fördern. Denn: «Wir arbeiten miteinander für die gleiche Sache.»

Dominik Thali

«Die Basis muss das Duale System verstehen»

Annegreth Bienz

Bistumsregionalleitung und Synodalrat machen den Leitsatz zum dualen System aus ihrem gemeinsamen Leitbild zum Schwerpunktthema für die Jahre 2018/19. Mit Grund: 2018 ist ein Wahljahr für die kirchlichen Behördenmitglieder, 2019/20 wer­den die Dienstverhältnisse für die pastoral Verantwortlichen erneuert. «Die Arbeit in der und für die Kirche ist sehr anspruchsvoll. In den staatskirchenrechtlichen Gremien arbeiten wir fast ausschliesslich im Milizsystem», sagt Synodalratspräsidentin Annegreth Bienz-Geisseler. «Daher ist es wichtig, dass das duale System auch an der Basis verstanden und gelebt wird.» Bienz kennt das kirchliche Neben- und Miteinander auch deshalb gut, weil sie neun Jahre Kirchgemeindepräsidentin von Entlebuch war, bevor sie 2012 in den Synodalrat gewählt wurde.