Zur Startseite Zur Navigation Zum Inhalt Zur Kontaktseite Zur Sitemapseite Zur Suche

Die SSBL in Rathausen und die Kirche: Produkte von Wert, die Sinn stiften

Im Atelier Holz der Stiftung für Schwerbehinderte Luzern SSBL in Rathausen; Arbeitsagogin Franziska Bodul mit Bewohner Muhamet Ibrahimi. | © 2017 Nique Nager
Im Atelier Holz der Stiftung für Schwerbehinderte Luzern SSBL in Rathausen; Arbeitsagogin Franziska Bodul mit Bewohner Muhamet Ibrahimi. | © 2017 Nique Nager

Die Ateliers der Stiftung für Schwerbehinderte Luzern (SSBL) in Rathausen sind keine Bastelstube. Hier entsteht Nützliches und Schönes, das guten Absatz findet – auch für die Kirche eine Fundgrube. Rund 220 Mensche mit einer Behinderung finden so eine Sinn stiftende Beschäftigung.

«Die Honigkistchen sind unser Verkaufsschlager», sagt Ruth Bucher. Die Sozialpädagogin leitet das Zentrum für Arbeit und Beschäftigung der SSBL. In der Holzwerkstatt, einem der 20 thematischen Ateliers in Rathausen, sitzt ein Bewohner am Tisch und fügt mithilfe einer Lehre und einer Führung für den Hammer die Brettchen zusammen. Die Kistchen werden anschliessend bemalt und mit einem Honigglas drin zu einem hübschen Geschenk, das auch die Landeskirche gerne mal einem Referenten oder einer Referentin macht.

«Wir wollen kein Mitleid»
Muhamet Ibrahimi ist im Atelier Holz vor einer raffinierten Einrichtung am Werk, die es ihm trotz seiner körperlichen Einschränkungen ermöglicht, feine Holzspiiggeli zu einem Läufer zu verweben, der sich als Dekoration oder Sichtschutz eignet. An manchen Tagen schafft er einen halben Meter oder mehr, an anderen bloss eine Handbreit. «Das spielt keine Rolle», sagt Ruth Bucher. In der SSBL gehe es darum, den Bewohnerinnen, Bewohnern und Tagesbeschäftigten eine Sinn stiftende Tätigkeit anzubieten, bei der sie sich entwickeln können. Am Standort Rathausen sind dies rund 220 Frauen und Männer.
Das heisst zum Beispiel: 70 bis 80 Prozent eines Produkts sollen von den Bewohnerinnen und Bewohnern selbst hergestellt werden. Die SSBL-Mitarbeitenden tüfteln deshalb gerne an Hilfsmitteln und Lehren, dank denen die Bewohnerinnen und Bewohner trotz Behinderung möglichst viele Arbeitsschritte selbst schaffen können. Ruth Bucher betont: «Wir basteln nicht. Unsere Produkte sollen nicht aus Mitleid gekauft werden, sondern weil sie hochwertig sind.» Dieser Anspruch steht im Einklang mit dem Menschenbild, das in den SSBL-Ateliers gepflegt wird. Ruth Bucher sagt es so: «Wer an der Entstehung eines Produkts beteiligt ist, ist auch stolz darauf.»

Ort für Tagungen und Klausuren
Verkauft werden die SSBL-Produkte im eigenen Laden oder auf Bestellung. Die Kirchgemeinde Emmen etwa bezieht jedes Jahr ihre Weihnachtskarten in Rathausen. Mit der Sanierung und dem Umbau des Klosters ist hier zudem ein Seminarort entstanden, der sich auch für Kirchgemeinden und Pfarreien für Tagungen und Klausuren eignet.

Dominik Thali

Ruth Bucher, Leiterin des Zentrums für Arbeit und Beschäftigung der SSBL in Rathausen, im Atelier Papier mit Bewohnerin Corinne Muff. | © 2017 Nique Nager

Schicht für Schicht wächst die Schale in die Höhe: Im Atelier Ton ist Bewohner Lukas Müller an der Arbeit. | © 2017 Nique Nager

500-Franken-Gutscheine

Die Landeskirche hat den Luzerner Kirchgemeinden und Pfarreien einen Gutschein im Wert von 500 Franken geschenkt. Dieser kann für das Angebot einer sozialen Einrichtung eingelöst werden, das der Arbeitsintegration von Menschen mit einer Benachteiligung dient. Damit will die Landeskirche den Einbezug von solchen Menschen in den Pfarreialltag fördern.

Auf www.lukath.ch/weitsichtig ist erklärt, wie und wo der Gutschein eingelöst werden kann. Antworten auf Fragen dazu gibts unter 041 419 48 24/25 oder kommunikation@lukath.ch