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Der Synodalrat ist ihr viertes Kind – die neue Synodalrätin Sandra Huber

«Grüezi Frau Huber», das hört die neue Synodalrätin nun öfter, wenn sie in Willisau unterwegs ist.  |  © 2018 Fleur Budry
«Grüezi Frau Huber», das hört die neue Synodalrätin nun öfter, wenn sie in Willisau unterwegs ist. | © 2018 Fleur Budry

Über die 92 Ja-Stimmen zu ihrer Wahl als Synodalrätin freute sie sich riesig. Dabei hätte Sandra Huber ein paar Monate zuvor nicht daran gedacht, dass sie mal bei der Kirche arbeiten würde. Warum das passt und wie die «Vollblutmama» sonst so unterwegs ist, verrät diese Vorstellungsrunde.

Im August bestieg Sandra Huber beim Ausflug mit ihrer Synode­fraktion zum ersten Mal den auffälligen, grünverfärbten Glockenturm der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Willisau. Inklusive Begehung der Aussichtsplattform. Sie hat sie überwunden, die Höhenangst, zieht aber weiterhin den festen Boden unter den Füssen vor.

 

Passt das oder passt das nicht?

Hier in Willisau ist sie zuhause, fühlt sie sich wohl. Das Städtchen bietet alles, was die neue Synodalrätin und Mutter von drei Kindern braucht. Seit sie ihr neues Amt im Juli angetreten hat, wird sie öfter von Menschen auf der Strasse gegrüsst, die sie gar nicht kennt. «Das ist schön», meint sie strahlend. Und das, obwohl sie zu Beginn das Gefühl hatte, Synodalrätin, das passe überhaupt nicht zu ihr. «Ich passe nicht ins Kirchenbild.» Nach den ersten Gesprächen fand sie dann aber, dass das sogar sehr gut passe. Huber ist als junge Frau und mit Kindern im Schulalter nahe am Geschehen dran und bringt dadurch eine andere Perspektive in den Rat. Sie freut sich über die Aufgabe. «Das ist wie ein Sechser im Lotto», meint sie, denn mit 20 Stellenprozent eine so vielfältige Arbeit zu haben, sei einfach fantastisch. Nun heisst es für sie «learning by doing». Auch mussten erstmal ein paar Hosenanzüge her, gibt Huber zu. «Ich bin privat eher so die Jeans-Frau», meint sie schmunzelnd.

«Ich will mich gut einarbeiten und wissen, wovon ich rede.»

In den ersten Sitzungen nimmt Huber gerne noch die Beobachterinnenrolle ein. Die Ressorts Jugendarbeit und Kommunikation passten ausgesprochen gut zu ihr, und sie fügt hinzu: «Ich will mich gut einarbeiten und wissen, wovon ich rede.» Dass das auch Zeit braucht, ist ihr bewusst. Doch die Abläufe aus dem Verwaltungsapparat sind ihr bestens vertraut, war sie doch zuvor in eben diesem Bereich berufstätig.

 

Die Zeit sinnvoll nutzen

Mit den Kindern kam dann aber eine neue Aufgabe. Huber hat die vergangenen sechs Jahre ganz der Kindererziehung zuhause gewidmet. Sie nennt sich selbst «Vollblutmama». Nun sind alle Drei in der Schule bzw. bald im Kindergarten, ein nächster Schritt stand vor der Tür. Jetzt sehe sie eine spannende Zeit als Synodalrätin vor sich.

Alles habe einen Grund, an Zufälle glaubt Huber nicht. «Ich versuche, aus allen Erfahrungen etwas Positives mitzunehmen. Es gibt nichts Wichtigeres für mich, als die Zeit im Leben sinnvoll zu nutzen und dankbar zu sein für jeden glücklichen, gesunden Tag. So schöpfe ich Kraft für die schwierigeren Zeiten.» Vor der Vorstellungsrunde für das neue Amt hat sie sich Mut zugesprochen: «Ich bleibe einfach bei mir.» Eine gute Entscheidung, denn genau das passte.

Sandra Hubers Bild von der Kirche war eher verstaubt. Seit sie darin arbeitet, aktiver Teil davon ist, hat es sich gewandelt. Und das zu vermitteln, das möchte sie in ihrer neuen Rolle jetzt angehen. «Mein viertes Kind, das ist der Synodalrat», setzt sie freudig hinzu. Freudig darüber, ihre Zeit neben dem Mama-sein weiter sinnvoll zu nutzen, einzusetzen.

Fleur Budry

Sie kennt den Verwaltungsapparat genau

Sandra Huber, 41, ist in Menznau aufgewachsen und absolvierte die kaufmännische Lehre mit Berufsmatura in Willisau. Später spezialisierte sie sich aufs Zivilstandswesen und war von 2003 bis 2007 Leiter-Stellvertreterin des regionalen Zivilstandsamts Willisau. Von 1995 bis 2010 war sie in verschiedenen Gemeindeverwaltungen, wie zum Beispiel Willisau-Land, und beim Fusionsprojekt Hitzkirch 7 tätig. Sandra Huber ist verheiratet mit Slobodan Topalovic, gemeinsam haben sie drei Kinder, 11-, 7- und 4-jährig.