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Der Mann für alles, was Recht ist − der neue Synodalrat Thomas Räber

Das Bild an der Wand weist auf seine Passion hin: Thomas Räber in seinem Büro in Luzern. | © 2018 Dominik Thali
Das Bild an der Wand weist auf seine Passion hin: Thomas Räber in seinem Büro in Luzern. | © 2018 Dominik Thali

Verträge, Personalfragen, Bauprojekte: In der Kirche gibt es viele Themen, bei denen Paragraphen eine Rolle spielen. In der «Regierung» der Landeskirche braucht es deshalb eine Fachperson dafür. Rechtsanwalt Thomas Räber kennt das Metier aus seinem Beruf in der ganzen Vielfalt.

«Ich bin sozusagen der Rechtsdienst der Landeskirche», erklärt Thomas Räber seine neue Aufgabe, die er am 1. Juli des vergangenen Jahres angetreten hat. «Spannend» findet sie der Jurist, «vor allem, was neben den Sitzungen läuft.» Schon wenige Tage nach seinem Amtsantritt etwa suchte eine Kirchgemeinde Rat bei ihm in einer heiklen Personalfrage.

Kirchgemeinden werden zusammenrücken
Thomas Räber kommt im Synodalrat zupass, dass er in seiner beruflichen Laufbahn schon viele Rechtsgebiete kennengelernt hat. Einsprachen gegen ein Bauprojekt, eine Haftpflichtforderung nach einem Unfall, ein arbeitsrechtlicher Streit, der Vertrag für die Fusion von sieben Seetaler Gemeinden zur Gemeinde Hitzkirch: Kennt Räber alles. Ein Spezialgebiet von ihm ist, in Sozialversicherungsfällen den Versicherten über eine Gerichtsverhandlung zu ihrem Recht zu verhelfen. «Die Gerichte wollen oft lieber allein aufgrund der Akten entscheiden», erklärt Räber. «Aber hinter jedem Fall steht ein Mensch, und den sollen die Richter auch tatsächlich sehen.»

«Ich bin sozusagen der Rechtsdienst der Landeskirche.»


Bei der Landeskirche, wo viele Rechtsfragen die öffentliche Verwaltung betreffen, sind die Aktenberge nicht weniger hoch. Thomas Räbers Vorgänger etwa hatte bei seinem Amtsantritt dem Kirchgemeindegesetz seinen Stempel aufgedrückt und später die Bereinigung der kirchlichen Stiftungen geleitet. Räber vermutet, dass in den nächsten Jahren die Zusammenarbeit von Kirchgemeinden den Synodalrat stärker beschäftigen wird. «Bis hin zu Fusionen. Als Reaktion auf die Pastoralräume auf kirchlicher Seite.»

Hoch zu Ross am Auffahrtsumritt
Im Hitzkirchertal, in dem Thomas Räber lebt, kennt Thomas Räber den erst noch entstehenden Pastoralraum auch aus dem Sattel. Räbers sind Rösseler. Vater Sepp pilgerte einst hoch zu Ross auf Jakobs Spuren bis Santiago, der älteste Sohn Thomas nahm schon als Glöcklibueb am Auffahrtsumritt teil, der vor dem Haus der Familie in Gelfingen vorbei führt. Heute ist er stellvertretender Kommandant der Auffahrtsschwadron. «Ein ehrenvolles Amt, und ein Kulturgut, zu dem man Sorge tragen muss», sagt Thomas Räber. Der Umritt hat ihm den Boden bereitet für eine Verbundenheit mit der Kirche, die er seit Kindsbeinen als selbstverständlich erlebt. «Wobei wir als Jugendliche am Samstagabend ja vor allem deshalb z Chele gingen, um uns zu treffen und einen Grund zu haben, auszugehen», schmunzelt er.

Im Sattel sitzt Thomas Räber heute nur mehr selten. In Bewegung hält er sich mit zwei Hunden und Schwimmen. Auf andere Weise fit hält ihn sein Netzwerk, das er an zwei bis drei Abenden pro Woche pflegt. Mal in den Reihen, mal an der Front, weil er halt gerne onder d Lüüt gehe. «Und weil ich entschieden der Meinung bin, dass unsere Gesellschaft nur funktioniert, wenn man ihr auch gelegentlich etwas zurückgibt.»

Dominik Thali

Im Seetal aufgewachsen und daheim

Thomas Räber (53) ist Rechtsanwalt und Teilhaber einer Anwalts- und Notariatskanzlei. Zuvor war er zehn Jahre für Versicherungen tätig, unter anderem als Leiter einer Anlagefonds-Gesellschaft und Direktionsmitglied bei Versicherungen. Nebenamtlich ist Thomas Räber Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Hitzkirchertal. Im Synodalrat hat er als Nachfolger von Thomas Trüeb das Ressort Recht übernommen. Thomas Räber wuchs in Gelfingen auf, wo er heute wieder lebt. Er ist verheiratet mit Annelies Räber-Carlen und hat zwei Töchter.