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«Der Ehevorbereitungskurs ist eine gemeinsame Reise»

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ehevorbereitungskurses 2020 der italienisch-sprachigen Seelsorge im Kanton Luzern; in der Mitte vorne Bischofsvikar Hanspeter Wasmer. | © 2020 zVg
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ehevorbereitungskurses 2020 der italienisch-sprachigen Seelsorge im Kanton Luzern; in der Mitte vorne Bischofsvikar Hanspeter Wasmer. | © 2020 zVg

Seit vielen Jahren bietet die «Missione Cattolica di Lingua Italiana», die italienischsprachige Mission im Kanton Luzern, Ehevorbereitungskurse in italienischer Sprache an. Im Interview berichtet Italiener-Seelsorger Don Mimmo Basile, worum es bei diesen Kursen geht und was ihm daran wichtig ist.

Welches sind Ihre wichtigsten Anliegen bei den Ehevorbereitungskursen der Missione Cattolica di Lingua Italiana?

Don Mimmo Basile: Die Ehe ist ein Sakrament, das sowohl für die Gesellschaft als auch für das Leben der Eheleute selbst sehr wichtig ist. Denn eine gelingende Ehe und eine glückliche Familie sind kostbar und wertvoll. Die Ehe ist nicht etwas, was man leichtfertig beginnt und nach der ersten auftauchenden Schwierigkeit einfach beenden sollte. In der Zeit der Vorbereitung auf die Ehe fordert Gott die zukünftigen Ehepaare heraus und will in ihnen die Berufung wecken, als Verheiratete zu leben. Dies wollen wir in unseren Ehevorbereitungskursen vermitteln. Denn die Berufung als Verheiratete ist für uns genauso wichtig, wie die priesterliche oder religiöse Berufung.

Was erwartet die Teilnehmenden?

Wir sehen den Kurs als eine Reise an, die gemeinsam unternommen wird. Er besteht aus sechs Treffen, die in der Regel am Sonntagnachmittag stattfinden. Wir laden die Paare ein, sich als Einzelpersonen und als Paar besser kennenzulernen, auf den bisherigen gemeinsamen Weg zurückzublicken, positive und negative Erfahrungen zu betrachten und mit Vertrauen nach vorne zu schauen. Wir wünschen uns auch, dass die Paare in ihrer Beziehung lernen, die Gegenwart Gottes zu erkennen und ihm einen Platz in ihrer Ehe geben.

Wie ist der Kurs aufgebaut und was wird den Paaren geboten?

Wir haben für den Kurs erfahrene Referenten und Experten für die Themen Theologie, Psychologie, Medizin und Liturgie engagiert sowie einige Ehepaare, die bereits seit mehreren Jahren verheiratet sind. Beim Kurs kommen jene Themen zur Sprache, die bei der Gestaltung von Ehe und Familie wichtig sind. Wir zeigten zum Beispiel den Film «Casomai – Trauen wir uns?!», über Einmischungen und Störungen von Aussenstehenden, wie sie in einer Liebesgeschichte passieren können, oder theologische Impulse zur Frage, was es bedeutet, in der Ehe das Christsein zu leben. Wir setzen uns aber auch mit der Frage «Vom Verliebt sein zur Liebe» oder «Kommunikation und Konflikt in der Paarbeziehung» auseinander.

Was war für Sie ein Höhepunkt beim letzten Kurs?

Beim diesjährigen Ehevorbereitungskurs wurden die zukünftigen Ehepaare eingeladen, aktiv am Patroziniumsfest der Italienermission teilzunehmen. Sie wurden unserer Gemeinschaft vorgestellt und erhielten am Ende der Eucharistiefeier mit Hauptzelebrant und Ehrengast Bischofsvikar Hanspeter Wasmer eine Pflanze, die ihre Liebe symbolisiert, und um die sie sich nun jeden Tag kümmern sollen. Danach begaben sich alle ins Centro Papa Giovanni, wo das Fest fortgesetzt wurde. Im Laufe des Nachmittags sangen die Paare auf der Bühne gemeinsam das Lied «Ti amo per sempre» («Ich liebe dich für immer», Anm. d. Red.). Insgesamt 27 Brautpaare wirkten mit und es war eine begeisterte Stimmung. Die meisten von ihnen werden ihre Trauung in Italien feiern, wo die Mehrheit ihrer Familienangehörigen lebt.

Interview: Nicola Neider

Nicola Neider leitet den Bereich Migration-Integration der katholischen Kirche Stadt Luzern.