Zur Startseite Zur Navigation Zum Inhalt Zur Kontaktseite Zur Sitemapseite Zur Suche

Das Café grenzenlos in Nottwil: durch Begegnung Vorurteile abbauen

Eine bunte Vielfalt: im «Café grenzenlos» im Oktober – das Bild ist auch das Sujet der Weihnachtskarte der Landeskirche. | © 2016  Roberto Conciatori
Eine bunte Vielfalt: im «Café grenzenlos» im Oktober – das Bild ist auch das Sujet der Weihnachtskarte der Landeskirche. | © 2016 Roberto Conciatori

Wie muss die Kirche handeln, damit das «gemeinsame Haus» Erde, wie es Papst Franziskus in seiner Enzyklika «Laudato si’» nennt, auch morgen noch steht? Das «Kirchenschiff» nimmt das Thema in seiner Serie 2016 und 2017 auf. In der Dezember-Ausgabe des «Kirchenschiffs»: das «Café grenzenlos» in Nottwil.

«Eine gelingende Integration ist für alle wichtig und nützt den Ankommenden wie Einheimischen. Deshalb haben wir, die Frauengemeinschaft Nottwil, unterstützt von der Pfarrei und der Gemeinde, im Januar 2015 das ‹Café grenzenlos› eröffnet. Ausschlaggebend waren die Kontakte, die am Begegnungsabend anlässlich der ‹Aktionswoche Asyl› im Juni 2014 entstanden. Das Café findet seither jeden Monat abwechselnd am Montagnachmittag und Freitagabend statt. Es ist offen für alle; Jung und Alt, Frauen und Männer, Menschen von überall. Ohne Anmeldung. Bei den Treffen kamen je nachdem schon 40 Personen oder auch mal nur eine Handvoll. Die Gäste stammen aus der halben Welt: von China bis Eritrea, vom Tibet bis Holland und natürlich aus Nottu.

Meistens trinken wir gemeinsam Tee und Kaffee, plaudern, spielen und musizieren. Wir werden immer wieder mit feinen Backwaren überrascht. Die Besucher sind sehr hilfsbereit und helfen uns freiwillig beim Aufräumen und Putzen.

Sich wertschätzen, Vorurteile abbauen

Das ‹Café grenzenlos› bietet Gelegenheit, einander kennenzulernen und die Sprachkenntnisse zu vertiefen. Ganz wichtig ist uns die gegenseitige Wertschätzung und das Abbauen von Vorurteilen. Das gelingt am besten über persönliche Kontakte und Gespräche. Jedenfalls erhalten wir diesbezüglich gute Rückmeldungen auch von Personen, die nicht regelmässig teilnehmen. Es gibt immer Frauen aus der Bevölkerung, die uns mit Kuchen oder einem Besuch unterstützen.

Die Gäste schätzen das ‹Café grenzenlos› ebenfalls sehr. Zugezogene lernen sich auch untereinander kennen und Kontakte im Alltag ergeben sich. Eine ausländische Frau sagte uns, dass sie nun auf der Strasse öfters gegrüsst werde, was vorher selten vorgekommen sei. Eine andere Frau ist durch die Treffen sichtbar aufgeblüht. Sie traut sich wieder unter die Menschen. Mit Unterstützung aus der Teilnehmergruppe schaffte sie auch die Hürde zur Einbürgerung. Toll!

Nächstes Jahr machen wir weiter. Übrigens gibt es seit September ein neues Angebot der Begleitgruppe für Asylsuchende, den ‹Treffpunkt grenzenlos›. Am Mittwochabend wird jeweils der Jugendraum im Dorf geöffnet. Menschen, die gern spielen und aktiv sind, können hier Musik hören, töggelen und Billard spielen, sich ausserhalb der eigenen vier Wände treffen.»

Hanni Egli, Monika Federspiel, Ursula Grüter Muff

Hanni Egli ist Co-Präsidentin der Frauengemeinschaft Nottwil, Monika Federspiel, ehemalige Co-Präsidentin, Verantwortliche der Begleitgruppe für Asylsuchende, Ursula Grüter Muff Mitglied der Frauengem.

Café-Daten auf www.fgnottwil.ch