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Darüber reden, wie man stirbt – offenes Podium in Sursee

Geheimnisvolle Landschaft: Wie den Weg des Abschieds, ins grosse Andere gehen, wie sterben? | © 2017 Bildmontage: gg
Geheimnisvolle Landschaft: Wie den Weg des Abschieds, ins grosse Andere gehen, wie sterben? | © 2017 Bildmontage: gg

Nicht der Tod ängstigt viele Menschen, jedoch das Sterben. Wie den Weg des Abschieds gehen? Die Kirche lädt am 22. November in Sursee zum Erfahrungs- und Meinungsaustausch darüber ein. Ein Abend, der zu einer guten Sterbekultur beitragen soll – und auch in anderen Pfarreien stattfinden könnte.

Der Titel des offenen Podiums, «Sterben – aber wie?», will herausfordern. «Sterben ist ein Teil des Lebens. Ein ‹Erlebnis›, wie eine sterbende Frau in deren Todesanzeige zitiert wurde. Es soll gestaltet, ausgehalten, nicht bloss hingenommen werden», sagt Gregor Gander. Er leitet die Fachbereiche der Landeskirche und neu die ökumenische Koordinationsstelle Palliative-Care-Seel­sorge im Kanton Luzern. Zusammen mit Pia Brüniger, Seelsorgerin in der Pfarrei Sursee, hat er die Veranstaltung, die dort zum ersten Mal stattfindet, organisiert.

Die Kultur des Sterbens
«Sterben – aber wie?» knüpft an das frühere Podium «Wem gehören die Toten?» an. Dieses führte die Landeskirche von 2012 bis 2016 zusammen mit örtlichen Veranstaltern fünf Mal durch – stets bei vollen Reihen. Über den Tod zu sprechen ist offensichtlich ein Bedürfnis. «Auf jeden Fall», bestätigt Pia Brüniger. «Der Tod betrifft alle Menschen, aber es mangelt an Gelegenheiten, darüber auszutauschen.»

Lag der Akzent bei «Wem gehören die Toten?» auf den Angehörigen und Hinterbliebenen, geht es bei der neuen Veranstaltung um die Kultur des Sterbens. Viele Menschen machen sich Gedanken über das Sterben, haben Vorstellungen davon und Wünsche dazu. Diese Fragen stehen im Mittelpunkt.
Brüniger weiss: «Der Tod macht den meisten Menschen eigentliche keine Angst. Aber das Wie, das Sterben.» Sie betont: Es gebe nicht richtig oder falsch. Will heissen: Das Podium klammert Themen wie Exit oder Sterbefasten nicht aus, wenn sie ins Gespräch gebracht werden. «Aber unser Augenmerk liegt auf dem Gestalten des Sterbeprozesses, auf der offenen Auseinandersetzung damit. Der Abend soll bewusst machen, wie wichtig es ist, über Abschied und Tod nicht zu schweigen, weil es um das Leben geht.» Das Leben auch vor dem Tod.

Seelsorgende vor Ort stärken
Die neue ökumenische Koordinationsstelle Palliative-Care-Seelsorge im Kanton Luzern, die an der Veranstaltung in Sursee beteiligt ist, will unter anderem Seelsorgende vor Ort stärken, vernetzen und weiterbilden in Fragen rund um Sterben und Tod. Gregor Gander, der die Stelle leitet, arbeitet unter anderem im Vorstand des Vereins Palliativ Luzern mit, wo er die Interessen der Kirchen einbringen kann.

Dominik Thali

«Sterben – aber wie?»

Wie stelle ich mir das Sterben vor? Wo möchte ich sterben? Solche Fragen greift das offene Podium «Sterben – aber wie?» auf, das am 22. November in Sursee stattfindet. Dazu laden die katholische und reformierte Kirche und die neue ökumenische Koordinationsstelle Palliative-Care-Seelsorge im Kanton Luzern ein. Im ersten Teil erzählen drei Personen von Erfahrungen beim Begleiten von Menschen in den Tod. Anschliessend Diskussion und Austausch, musikalische Unterbrüche.do

Mittwoch, 22. November, 19.30–21.45 Uhr, Klosterkirche Sursee, Eintritt frei.

Auf dem Podium:

  • Isidor Affentranger, ehemaliger Heimleiter in Dagmersellen
  • Christa Scheiwiller, Mitglied einer Sterbebegleitgruppe, Horw
  • Margret Füchsle, Pflegefachfrau, Caritas Luzern
  • Musik: Jörg Wallimann und Erhard Unternährer