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Caritas-Sonntag: «Schmerzen sind wie ein grosses Monster»

«Es kann jeden treffen»: Menschen, deren Leben von Krankheit geprägt ist, droht eine gefährliche Abwärtsspirale. | ® 2019  Caritas Luzern
«Es kann jeden treffen»: Menschen, deren Leben von Krankheit geprägt ist, droht eine gefährliche Abwärtsspirale. | ® 2019 Caritas Luzern

Willensstark und lebensfroh ist die Hebamme Annette Hesselbarth, bis sie von einer tonnenschweren Dachlawine aus ihrem gewohnten Leben gerissen wird. Aus dem Schleudertrauma wir ein traumatischer Gang durch das Leben – an der Schwelle zur Armut. Die Caritas hilft – unter anderem mit der Kollekte vom 25./26. Januar.

Annette Hesselbarth steckt in einem Körper voller Schmerzen. Diese erinnern sie an den Tag im Winter 2000 als sich ihr Leben in weniger als einer Sekunde komplett auf den Kopf stellte: Am 25. Februar 2000 donnerte eine Dachlawine aus Eis auf die Hebamme nieder. Die damals 36-Jährige konnte sich aus eigener Kraft befreien. Am folgenden Morgen trat sie die geplante Schicht im Gebärsaal des Spitals an. «Ich hatte alleine Dienst und musste hingehen», erinnert sich Annette Hesselbarth. Nach vier Tagen folgte der Zusammenbruch.

Von Schmerzen und Existenzangst geplagt

Seither dreht sich die Spirale abwärts. Annette Hesselbarth hat viele Spitäler und Arztpraxen von innen gesehen. Heute lebt und leidet sie unter Dauerstress, Dauerschmerzen und ständiger Schlaflosigkeit. «Die Schmerzen sind wie ein grosses Monster», sagt sie. Sie machen das Leben unberechenbar und zur Qual. Als wäre das nicht genug: Zum körperlichen und psychischen Kampf gesellen sich wirtschaftliche Existenzängste und ein zermürbender Spiessrutenlauf zwischen Versicherungen, Gesundheits- und Sozialsystem.

Ihr Problem sei, dass sie nicht «krank» genug aussehe. Gutachter schenkten ihr keinen Glauben, und die Invalidenversicherung habe bereits zwei Anträge abgelehnt, weil Unfall und Schmerzen nicht genügend kausal verknüpft werden könnten und die anderen Krankheiten nur unsicher zu diagnostizieren seien. «Doch wer sitzt schon 19 Jahre freiwillig und tagelang zu Hause und will seine geliebte Arbeit aufgeben?», gibt Annette Hesselbarth zu bedenken. Der letzten IV-Revision fiel ihre Viertelsrente zum Opfer. Seither ist die komplette Abhängigkeit von der Sozialhilfe die Realität.

Es kann jeden treffen

Bis vor einiger Zeit profitierte sie im Caritas-Markt von vergünstigten Lebensmitteln und anderen Produkten. Heute schafft sie das kräftemässig nicht mehr. Früher nutzte sie auch die KulturLegi der Caritas für die Teilnahme am sozialen Leben. Doch auch dafür fehlt heute die Energie.

«Es kann jeden treffen», betont Annette Hesselbarth. Deshalb will sie ihre Geschichte erzählen. In den vergangenen Jahren habe sie viele Menschen mit ähnlichem Schicksal getroffen. Die Schicksale seien leise, müssten aber ins Licht gerückt werden trotz drohender Stigmatisierung und möglichen Beschimpfungen als vermeintliche «Sozialschmarotzer». Solche Pauschalisierungen bereiten ihr grosse Mühe. Doch Annette Hesselbarth ergänzt hoffnungsvoll: «Jede persönliche Begegnung auf Augenhöhe lindert meine Schmerzen und relativiert meine Armut.»

This Ruthishauser / pd

Armut macht krank – Krankheit macht arm

Menschen mit gesundheitlichen Problemen haben in der Schweiz ein höheres Risiko arm zu sein. Zugleich wirkt sich Armut oft negativ auf die Gesundheit aus. Armut ist ein Gesundheitsrisiko, Krankheit ein Armutsrisiko. Menschen, deren Leben von Krankheit geprägt ist, droht eine gefährliche Abwärtsspirale. Die Spenden vom Caritas-Wochenende vom 25. und 26. Januar 2020 kommt diesen Menschen zugute.

Am Wochenende vom 25. und 26. Januar 2020 ist die Kollekte für die Arbeit der Caritas Luzern, dem regionalen Hilfswerk der Katholischen Kirche des Kantons Luzern, bestimmt.

Mit professioneller Beratung, Begleitung, Unterstützung und Bildung hilft die Caritas Luzern, die Lebenssituation armutsbetroffener Menschen zu verbessern. Dazu ist die Caritas Luzern auf Ihre grosszügige ideelle und finanzielle Solidarität angewiesen. Mit Ihrer Spende schaffen Sie Hoffnung für Menschen in der Zentralschweiz, deren Leben von Krankheit geprägt ist.