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Caritas-Sonntag: Armut betrifft mehr Frauen als Männer

Den Gürtel enger schnallen: Das müssen Frauen öfter als Männer. | © Symbolbild Caritas
Den Gürtel enger schnallen: Das müssen Frauen öfter als Männer. | © Symbolbild Caritas


Vor 51 Jahren wurde das Frauenstimmrecht angenommen. Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen bestehen aber weiterhin. So sind Frauen häufiger von Armut betroffen als Männer. Am Wochenende vom 29. und 30. Januar sammelt Caritas Luzern für Betroffene.

«Wäre da nicht meine Nachbarin, die Ben an zwei Tagen in der Woche kostenlos hütet, würden die Kita-Kosten das Fass zum Überlaufen bringen», sagt Klara (alle Namen geändert). Seit der Vater des Dreijährigen der Familie den Rücken gekehrt hat, ist Klara auf sich alleine gestellt. Auch finanziell. Obwohl sie täglich für ein Reinigungsunternehmen Büros putzt, reicht ihr Einkommen kaum für das Allernötigste.

So wie Klara geht es vielen alleinerziehenden Frauen. Frauen sind generell stärker von Armut betroffen als Männer. Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen, Diskriminierungen, Rentenlücken und mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind immer noch eine Realität. Auch 51 Jahre nach Annahme des Stimm- und Wahlrechts. Studien zeigen, dass gerade Frauen mit Kindern stärker von den negativen Auswirkungen des Lockdowns betroffen sind. Die Armutsquote von Frauen liegt in der Schweiz bei 9,1 Prozent, diejenige von Männern bei 8,4 Prozent.

Den Löwenanteil von Klaras Haushalt frisst die Monatsmiete auf. Caritas Luzern springt andererseits finanziell ein, wenn unvorhergesehene Ausgaben wie Krankheitskosten anfallen. «Der Schimmel in unserer Wohnung setzt Ben arg zu. Er ist ständig krank, hat Atemprobleme und Asthma», erklärt Klara. Der Einkauf im Caritas-Markt entschärft ihre prekäre Situation zusätzlich.

Deutschkurse und Attestausbildungen für Frauen

Das Thema des diesjährigen Caritas-Sonntags lautet deshalb: «Frauen sind stärker von Armut betroffen als Männer». An diesem Tag machen die regionalen Caritas-Organisationen darauf aufmerksam, dass Frauen überdurchschnittlich oft von prekären Lebenslagen betroffen sind. Die Kollekte aus den Gottesdiensten vom 29. und 30. Januar fliesst in Projekte von Caritas Luzern, die Frauen stärken.

Dazu gehören etwa die Alphabetisierungs- und die Deutschkurse für Migrantinnen mit Kinderbetreuung. Sie unterstützen die Frauen in der sprachlichen, sozialen und beruflichen Integration. In den Geburtsvorbereitungskursen von «Mamamundo» erfahren zugewanderte Frauen von Hebammen, unterstützt von interkulturellen Dolmetscherinnen der Caritas Luzern, alles rund um die Schwangerschaft, die Geburt, das Wochenbett, ihre Rechte und das Schweizer Gesundheitssystem. Ein weiteres Angebot: Wer in der Schule schwächere Leistungen zeigt, hat es oft schwer, eine Lehrstelle zu finden. Ohne Lehrabschluss ist es auf dem Schweizer Arbeitsmarkt schwierig, eine Anstellung zu finden. Die Caritas Luzern bietet darum seit rund 20 Jahren sogenannte Attestausbildungen in den verschiedensten Berufsfeldern an. Aktuell sind knapp die Hälfte der Lernenden junge Frauen.

Sara Bagladi / Caritas Luzern

In einem der Mamamundo-Geburtsvorbereitungskurse, die von Caritas Luzern geleitet werden. |© Mamamundo Bern

Projekte, die Frauen Stärken

Die Kollekte aus den Gottesdiensten am Wochenende vom 29. und 30. Januar ist für die Arbeit der Caritas Luzern bestimmt, das Hilfswerk der katholischen Kirche im Kanton Luzern. Die Spenden kommen dieses Jahr armutsbetroffenen Frauen aus der Region zugute. Seit Beginn der Armutsmessung waren Frauen stets häufiger von Armut betroffen als Männer.