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Caritas-Kampagne zur Familienarmut: mittendrin und doch nicht dabei

Manchmal trügt die Idylle: Im Kanton Luzern haben viele Familien mit Kindern zu wenig Geld, um am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Caritas Luzern will mit ihrer neuen Kampagne darauf aufmerksam machen. | © 2016 Caritas Luzern
Manchmal trügt die Idylle: Im Kanton Luzern haben viele Familien mit Kindern zu wenig Geld, um am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Caritas Luzern will mit ihrer neuen Kampagne darauf aufmerksam machen. | © 2016 Caritas Luzern

Kinder zu haben ist in der Schweiz ein Armutsrisiko, stellt Caritas Luzern fest. Besonders gefährdet sind Alleinerziehende und Familien mit drei und mehr Kindern. Das kirchliche Hilfswerk ermuntert Pfarreien, Vereine, Schulen und Gemeinden, ihre Kampagne zu diesem Thema aufzunehmen.

Statistik Luzern zeigt für 2014 auf, dass ein Drittel aller Sozialhilfe-Beziehenden minderjährig sind, mehr als 2600 Personen. Daneben gibt es Working-Poor-Familien, die knapp über dem Existenzminimum leben und somit nicht in der Statistik abgebildet sind. Ihre Zahl ist unbekannt. Besonders belastend für diese Familien sind die in den letzten Jahren im Kanton Luzern überdurchschnittlich gestiegenen Wohnkosten, die jährlich steigenden Krankenkassenprämien und die sinkenden Prämienverbilligungen.

Armut sichtbar machen
Die Caritas Luzern ist täglich mit Familienarmut konfrontiert. Sie stellt aber fest, dass das Ausmass und die Folgen von Familienarmut kaum bekannt sind. Armut ist tabuisiert, Arm-Sein wird von den Betroffenen oft versteckt, sie schämen sich. Mit der aktuellen Kampagne will Caritas Luzern für das Problem sensibilisieren und Familienarmut sicht- und erfahrbar machen. Damit armutsbetroffene Familien erfahren können, dass sie nicht die einzigen in dieser Situation sind. Dass sie darüber zu reden wagen und Anteilnahme statt Ausgrenzung erleben.

Mittragen und mitdiskutieren
Pfarreien, kirchennahe Organisationen, Jugendverbände, Vereine, Schulen und Gemeinden können mithelfen, Familienarmut zu thematisieren. Dies kann im Rahmen des Schul- oder Religionsunterrichtes, des Firmwegs oder eines Jugendgottesdienstes geschehen. Die Caritas Luzern hat vielfältiges und interaktives Unterrichtsmaterial für alle Stufen zusammengetragen und stellt dieses auf ihrer Website zur Verfügung. Für Aktionen zu Familienarmut, zum Beispiel an der Kilbi, einem Spielnachmittag oder «Eine Million Sterne» kann passendes Ausstellungs- und Infomaterial bezogen werden. Zudem bietet Caritas Referate und Weiterbildungen für Mitarbeitende und Engagierte im kirchlichen Umfeld an.

Angeregt werden
Vom 29. August bis am 9. September findet im Pädagogischen Medienzentrum (PMZ) an der Sentimattstrasse 1 in Luzern eine kleine Ausstellung zu Familienarmut statt. In Zusammenarbeit mit dem PMZ und dem Fachbereich Pastoral – Kirchliche Medien werden Unterrichtsmaterialien zu (Familien-)Armut in der Schweiz ausgestellt. Diese können sowohl für den Schul- wie den Religionsunterricht auf allen Stufen und in der Erwachsenenbildung eingesetzt werden.

Caritas Luzern, Urs Odermatt

Tagung zu Familienarmut

Am 19. September findet im Zentrum Maihof an der Weggismattstrasse 9 in Luzern eine Tagung zur Familienarmut statt. Sie zeigt auf, was es für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern bedeutet, arm zu sein in der reichen und teuren Schweiz. Referate vermitteln Zahlen und Fakten sowie Massnahmen gegen Familienarmut im Kanton Luzern. In Workshops wird aufgezeigt und ausgetauscht, wo sich die Probleme zeigen, wie Familienarmut mit welchen Folgen sichtbar wird und mit welchen Massnahmen Gegensteuer gegeben werden kann. Die Tagung richtet sich an Behörden, Mitarbeitende und Engagierte im kirchlichen Umfeld, Schulen, Arbeitgebende, Wohnungsverwaltungen und weitere Interessierte.

Zur Ausschreibung und Anmeldung: hier