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Bischofsvikar Ruedi Heim gibt sein Amt weiter – schneller Schaffer mit klaren Worten

Bischofsvikar Ruedi Heim - ein bildlicher Gang durch sein fast 14-jähriges Wirken auch im Kanton Luzern. | © 2017 lukath.ch
Bischofsvikar Ruedi Heim - ein bildlicher Gang durch sein fast 14-jähriges Wirken auch im Kanton Luzern. | © 2017 lukath.ch

Am 1. Juli 2004, mit erst 37 Jahren, trat Ruedi Heim als erster Bischofsvikar für die Kantone Luzern, Zug, Thurgau und Schaffhausen sein Amt an. Jetzt zieht er weiter in den Kanton Bern, zurück in die Pfarreiseelsorge. Vier Fragen an ihn zum Abschied und zwei «Danke» vom Abendweg 1.

Sie waren von 2004 bis 2017 Bischofsvikar. Wie hat sich die Kirche im Bistum Basel in den 13 Jahren entwickelt?
Ruedi Heim: 2004 gab es die Buchstaben PEP (Pastoraler Entwicklungsplan Bistum Basel) und das Wort Pastoralräume noch nicht. Die Arbeit daran und die Umsetzung in und mit den Pfarreien hat uns stark in Anspruch genommen. Langsam setzt sich die Einsicht durch, dass der PEP nicht in erster Linie eine personelle Massnahme ist, sondern das Bistum damit auf den gesellschaftlichen Wandel in einer immer säkularer und multi-religiöseren Gesellschaft reagiert. Die einzelne Person nimmt einen immer grösseren Platz ein, und die Zeiten der Volkskirche mit all ihren Stärken und Schwächen gehen zu Ende. Zudem: In unserer Diözese hat mittlerweile jedes dritte Kirchenmitglied einen Migrationshintergrund.

Darüber hinaus: Ich habe drei Päpste erlebt, zwei Bischöfe, viele Kolleginnen und Kollegen in der Diözesankurie, viele Seelsorgende und Engagierte in Kirchgemeinden und Pfarreien.

Was freut Sie dieser Entwicklung?
Die verstärkte und vertiefte Zusammenarbeit mit dem Synodalrat und den meisten Kirchenräten in der dualen Struktur der Kirche in der Schweiz hat an Verlässlichkeit gewonnen. Die zu Beginn abgelehnte Gliederung in drei Bistumsregionen, die von einem Team geführt werden, wird heute fast überall in den Bistumskantonen wie der Diözesankurie als gute Strukturveränderung und Einbindung begrüsst.

Höhepunkte waren für mich die vielen Begegnungen mit Firmlingen vor den Feiern, unzählige Firmungen und andere Gottesdienste. Dazu zähle ich auch die Aufarbeitung der Ereignisse in Rathausen und anderen ehemals kirchlich geführten «Erziehungsanstalten», selbst wenn das für mich und meine Kirche ein schmerzhafter Lernprozess war.

Was sorgt Sie?
Mühe machte mir, wenn ich angelogen wurde oder man versuchte, mich zu verzwecken. Wenn es trotz aller Bemühungen nicht möglich war, Lösungen oder Kompromisse zu finden. Nach vorne geblickt sorge ich mich, dass man mit der Errichtung der Pastoralräume stehen bleibt und nicht weiter inhaltliche Schwerpunkte setzt.

 

Und jetzt, mit 50, nehmen Sie eine neue Herausforderung an. Worauf freuen Sie sich?
Auf die 40 Stellenprozente in den Pfarreien St. Antonius Bümpliz und St. Mauritius Betlehem, wo ich mit dem dortigen Gemeindeleiter und den anderen Seelsorgenden wieder ein «Zuhause in einer Pfarrei» haben werde. Und auf die 60 Prozent als Leitender Priester der fünf Pastoralräume in der Region Bern. Ich bin überzeugt, dass mit Profilen und der inhaltlichen Weiterentwicklung des Pastoralkonzeptes Neues möglich wird. Ich freue mich auch darauf, dass ich nicht mehr so weit und lang unterwegs sein werde und damit der «Reibungsverlust» der Distanzen in unserer Bistumsregion wegfällt. Schliesslich freue ich mich auf die Stadt Bern und die Menschen dort. Beide sind mir kaum bekannt.

Als Priester sind Sie in Ihrem künftigen Pastoralräumen einer der wenigen. Wie ist das zu schaffen, ohne auszubrennen oder zum «Köfferli-Pfarrer» zu werden?
Wir sind in Bern mehrere Pfarrer und Priester im künftigen neuen Pastoralraum. (Aus den bisherigen fünf Pastoralräumen wird Bischof Felix im Mai 2018 einen einzigen Pastoralraum errichten.) Neben «meinen» Pfarreien im Westen der Stadt, wo ich regelmässig arbeiten werde, werde ich auch zusammen mit den anderen Priestern in den verschiedenen Pfarreien tätig werden. Neben den Priestern gibt es viele Gemeindeleiter/-innen und Theologen/-innen, die zusammen mit den Priestern die Seelsorge und den kirchlichen Auftrag wahrnehmen. Aber wir werden sicher nicht mehr überall alles anbieten können. Hier werden die Profile der Pfarreien sicher verstärkt zum Tragen kommen.

Bischofsvikar Ruedi Heim – ein bildlicher Gang durch sein fast 14-jähriges Wirken auch im Kanton Luzern. | © 2017 lukath.ch

 

Danke, Ruedi Heim

Lieber Bischofsvikar Ruedi Heim, mit viel Engagement hast du dich in Deinen fast 14 Jahren als Bischofsvikar auch für die Kirche im Kanton Luzern eingesetzt. In der engen Zusammenarbeit mit dem Synodalrat war Dir die Einhaltung der je eigenen Kompetenzen sehr wichtig. Du hast das duale System gelebt. Bei gemeinsamen Auftritten mit Synodalrätinnen und Synodalräten wurde dies immer wieder sichtbar. Sitzungen und Klausurhalbtage mit spannenden und herausfordernden Diskussionen waren Teil unsere Zusammenarbeit. So sind wichtige Papiere und Arbeitshilfen entstanden, zum Beispiel für das Führungshandbuch. Als Höhepunkt dürfen wir das gemeinsame Leitbild von Synodalrat und Bistumsregionalleitung werten.
Bei Schulungen und Kursen konnten wir stets auf deine aktive Mitarbeit zählen. Kompetent und engagiert hast du jeweils die Situationen und Anliegen der pastoralen Seite aufgezeigt.
Die Zusammenarbeit mit dem Synodalrat war geprägt von gegenseitiger Wertschätzung, Respekt, Toleranz, Offenheit und Verständnis. Im Namen des Synodalrates danke ich Dir von Herzen für dein Wirken. Wir wünschen Dir für Deine neuen Aufgaben in Bern viel Kraft, Weitsicht und Gottes Segen.

Annegreth Bienz-Geisseler, Synodalratspräsidentin

Mitarbeitende des Bistums und der Landeskirche haben den Arbeitsplatz am Abendweg 1. Trotz der unterschiedlichen Aufgaben galt es viele Absprachen zu treffen oder zusammenzuarbeiten. Da waren die kurzen Wege ideal und die Begegnungen zahlreich. Die schnelle Arbeitsweise des Bischofsvikars, etwa bei der Beantwortung von E-Mails, erleichterten die Zusammenarbeit. Trotz vollem Terminkalender fand man immer eine offene Türe. In Erinnerung bleibt auch Ruedi Heims schneller Schritt durch die Korridore, den man dank seiner modischen italienischen Schuhe auch akustisch gut mitbekam. In der Caféteria packte er mit an, und es fielen auch mal etwas klarere Worte, wenn die Hausordnung nicht eingehalten wurde. Die Abendweg-Crew denkt gerne an die gemeinsame Zeit zurück und freut sich auf zukünftige Begegnungen. Was gut möglich ist, Ruedi Heim bleibt ja in unserem Bistum tätig.

Edi Wigger, Synodalverwalter