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Bildungsgang kirchliche Jugendarbeit mit Fachausweis: «Es lohnt sich, darin zu investieren»

Für eine starke Jugendpastoral: Gabriela Merz (links), Fabrizio Misticoni und Sandra Dietschi, Kursleiterin im Modul «Berufsfeldgestaltung». | © 2018 Dominik Thali
Für eine starke Jugendpastoral: Gabriela Merz (links), Fabrizio Misticoni und Sandra Dietschi, Kursleiterin im Modul «Berufsfeldgestaltung». | © 2018 Dominik Thali

Seit fünf Jahren gibt es in der Deutschschweiz eine Ausbildung für kirchliche Jugendarbeitende. Die Träger sind überzeugt: Der Bildungsgang stärkt die Jugendpastoral in den Pfarreien und macht die Kirche zukunftsfähig. Und im Beruf Tätige finden: ein Muss.

«Jugendabeit mit Konzept», «Spirituelle Prozesse gestalten» oder «Umgang mit Konflikten» heissen die drei- bis viertägigen Module zum Beispiel, die in zwei bis fünf Jahren zum Fachausweis kirchliche Jugendarbeit führen. Bei Halbzeit hält Fabrizio Misticoni (32), Bereichsleiter Jugend und Jugendseel­sorger in der Pfarrei Sursee, den Daumen hoch. Einerseits lerne er Werkzeuge kennen, die er eins zu eins im Alltag anwenden könne. «Das stärkt mich in der täglichen Arbeit mit Jugendlichen.» Anderseits schätze er den Austausch mit Berufskolleginnen und -kollegen.

Misticoni stiess auf den Bildungsgang, als er 2016 als Firmverantwortlicher ein Modul besuchte – und fing Feuer. Gleich erging es im Januar Gabriela Merz, als sie in Hertenstein das Modul «Berufsfeldgestaltung in der kirchlichen Jugendarbeit» abschloss. «Es gluschtet mich sehr, weiterzumachen», sagt die 56-Jährige, die im neuen Pastoralraum Michelsamt die Jugendarbeit aufbaut. Sie findet: «Kirchgemeinden, die jemand für eine solche Aufgabe anstellen, müssten den Fachausweis als Qualifikation zwingend voraussetzen.»

«Das stärkt die Jugendpastoral»

Sandra Dietschi hakt hier ein. Die langjährige Jugendpastoral-Verantwortliche der Luzerner Landeskirche hat den Bildungsgang mit aufgebaut und verantwortet das Modul Berufsfeldgestaltung. Sie ist überzeugt: «Wir brauchen heute Jugendarbeitende mit Fachwissen. Es lohnt sich für die Kirchgemeinden, in entsprechende Aus- und Weiterbildungen zu investieren. Das stärkt nicht nur die Jugendpastoral, sondern kommt auch der Gesamtpastoral zugute.» Margrith Mühlebach, Regionalverantwortliche des Bistums, geht noch weiter: «Das Angebot macht die Kirche zukunftsfähig», sagt sie.

Bei sozialen Berufen, die in die Jugendarbeit münden, fehlt der theologisch-religiöse Teil. Der Bildungsgang kirchliche Jugendarbeit füllt diese Lücke, professionalisiert den Beruf und schafft zudem ein messbares Kriterium bei Anstellungen. Das erhöht auch die Wertschätzung für die Jugendarbeitenden selbst.

Praxisbezogen

Fabrizio Misticoni, der vor seinem Einstieg in seinen heutigen Beruf Geschichte und Deutsch studiert hat, schätzt den grossen Praxisbezug der Ausbildung. Für die Kompetenznachweise könne er jeweils ein Thema aus seinem eigenen Arbeitsumfeld bearbeiten. «Das bringt nicht nur mir etwas, sondern ganz direkt der eigenen Pfarrei und Kirchgemeinde, die mich unterstützt.»

Dominik Thali

Aus- und Weiterbildung in Modulen

Der «Bildungsgang kirchliche Jugendarbeit mit Fachausweis nach ForModula» ist eine Ausbildung in Modulen, von denen viele auch einzeln als Weiterbildung besucht werden können. Wer den Fachausweis erlangen will, besucht elf Pflicht- und zwei Wahlpflichtmodule. Dies dauert zwei bis fünf Jahre. Angesprochen sind beruflich in der kirchlichen Jugendarbeit tätige Personen ebenso wie ehrenamtliche, zum Beispiel Firmbegleitende, die ihre Qualifikationen verbessern wollen.

Der Bildungsgang besteht seit 2012. Getragen wird das Angebot von sechs Landeskirchen (darunter Luzern), den Verbänden katholischer Pfadi und Jungwacht Blauring sowie vom Theologisch-Pastoralen Bildungsinstitut (TBI).
www.fachausweis-jugendarbeit.ch