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Bildungsgang Katechese entspricht Standard für eidgenössische Fachausweise

An einem Kursabend des Moduls Liturgiegestaltung, das die Luzerner Landeskirche anbietet. Für den Abschluss des Bildungsgangs Katechese gibt es künftig einen eidgenössischen Fachausweis. | © 2018 Roberto Conciatori
An einem Kursabend des Moduls Liturgiegestaltung, das die Luzerner Landeskirche anbietet. Für den Abschluss des Bildungsgangs Katechese gibt es künftig einen eidgenössischen Fachausweis. | © 2018 Roberto Conciatori

Wer den Bildungsgang Katechese nach ForModula abschliesst, an dem auch die Luzerner Landeskirche beteiligt ist, erhält dafür einen kirchlichen Fachausweis, der vom Niveau her einem eidgenössischen entspricht. Das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) hat den bisherigen kirchlichen Fachausweis Katechese auf das Niveau 5 des Nationalen Qualifikationsrahmens Berufsbildung eingeordnet, was dem Standard für eidgenössische Fachausweise entspricht. Das Gutachten, das es dafür brauchte, hatte der Bildungsrat der katholischen Kirche in der Deutschschweiz in Auftrag gegeben. Dass das EHB dieses Gutachten mit seiner Einstufung bestätigt, steht für das hohe Qualifikationsnivau des kirchlichen Bildungsangebots.

ForModula ist das Weiterbildungskonzept für die nicht-universitäre Aus- und Weiterbildung der katholischen Kirche in der Deutschschweiz. Es wurde 2009 gestartet; die katholische Landeskirche Luzern überführte damals ihren eigenen Ausbildungsgang Katechese in dieses neue, kantonsübergreifende Angebot. Heute ist sie eine von zehn akkreditierten Modulanbieterinnen und -anbietern. ForModula sei mit genau dem Anspruch gestartet, der heute bestätigt werde, heisst es auf deren Website: auf dem Niveau von eidgenössischen Berufsprüfungen auszubilden. «Das Gutachten dokumentiere den gleichbleibend hohen Wert der Berufsbildung für Katechese und Religionsunterricht in ForModula», sagt Urban Federer, Präsident des Bildungsrats und Abt des Klosters Einsiedeln.

Katechetinnen können mehr als «nur» Religionsunterricht erteilen

Der Bereich Fachkompetenz liegt gemäss ForModula-Mitteilung «sogar leicht über dem durchschnittlich berechneten Ausbildungsniveau», weil die Vorbereitung und Durchführung von Lektionen eine gewisse Spezialisierung erfordere. Katechetinnen und Katecheten müssten vor allem interdisziplinär arbeiten können. Sie müssten ihre theologischen, spirituellen, liturgischen, entwicklungspsychologischen, pädagogischen und didaktischen Kompetenzen in den Lektionen immer wieder zusammenbringen und ihre Arbeit sorgfältig reflektieren. Für Patrik Böhler, Ausbildungsleiter an der Fachstelle Religionspädagogik in Bern, welche die Klärung angeregt hatte, bedeutet das Ergebnis zudem, «dass Katechetinnen und Katecheten mit dem Berufsabschluss von ForModula in Pfarreien und Pastoralräumen selbständig Aufgaben übernehmen können, welche über den klassischen Religionsunterricht herausgehen.» Die Module vermittelten schliesslich auch Kompetenzen im Bereich Liturgiegestaltung, der Gestaltung spiritueller Prozesse und Erwachsenenarbeit.

Der Nationale Qualifikationsrahmen Berufsbildung ist ein in der Schweiz neues Transparenzinstrument: Er erleichtert die Orientierung im Bildungssystem. Mit Hilfe des von der EU erarbeiteten Europäischen Qualifikationsrahmens als Referenzinstrument sind die Schweizer Abschlüsse seit 2014 mit denen anderer Länder vergleichbar.

Dominik Thali