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Benny Stauffer: «Es ist spannend, sich in ein Thema zu vertiefen»

Benny Stauffer (57) ist seit 2004 Kirchgemeindeschreiberin von Hochdorf und seit 2006 Synodale. | © 2018 Marcel Bucher
Benny Stauffer (57) ist seit 2004 Kirchgemeindeschreiberin von Hochdorf und seit 2006 Synodale. | © 2018 Marcel Bucher

In der katholischen Schweiz verantworten Seelsorge und Behörden die Kirche gemeinsam. Das duale System ist weltweit einzigartig. Das «Kirchenschiff» lässt Frauen und Männer zu Wort
kommen, die in diesem System tätig sind. In dieser Folge: Benny Stauffer, Synodale und Kirchgemeindeschreiberin aus Hochdorf.

«Wer eine Session von der Tribüne aus verfolgt, mag den Eindruck erhalten, das sei doch ein langweiliger Parlamentsbetrieb. Aber das stimmt nicht. Ich finde es spannend, sich in ein Thema zu vertiefen, die Meinung anderer anzuhören und darüber zu debattieren. Das gilt besonders für die Kommissionsarbeit. Hier werden Geschäfte manchmal auch unter Einbezug von Fachleuten vertieft, man bringt das Wissen anschliessend in die Fraktion ein und trägt dort zur Meinungsbildung bei. Gleich zu Beginn meiner Synodezeit machte ich zum Beispiel in der Arbeitsgruppe für das neue Kirchgemeindegesetz mit, das 2008 in Kraft trat.

Es braucht Zeit, bis man die Abläufe kennt

Neue Synodalen kennenzulernen und sich mit anderen auszutauschen, habe ich immer geschätzt. Darum hängte ich nach der zweiten noch eine dritte Amtsdauer an. Weil sich das Parlament nur zweimal jährlich trifft, braucht es ohnehin Zeit, bis man die Abläufe kennt. Doch Ende Mai ist nun nach zwölf Jahren Schluss.

Ich war erst acht Jahre lang Kirchenrätin in Hochdorf, trat dann aber aus dem Rat aus, als ich 2004 Kirchgemeindeschreiberin wurde. 2006 stellte ich mich für die Synode zur Verfügung. Ich wollte die Arbeit auf der kantonalen Ebene besser kennenlernen und mit meinem Mitarbeiten etwas bewegen. Mit meiner kaufmännischen Ausbildung und etlichen Weiterbildungen im Finanz-, Versicherungs- und Personalwesen interessierte mich vor allem die Geschäftsprüfungskommission, der ich seit Beginn angehöre. Da geht es vorab im Herbst um den Voranschlag und im Frühling um die Rechnung; Schwerpunktthemen, mit denen ich mich auch in der Kirchgemeinde beschäftige. Es gibt ja immer wieder Landeskirche-Geschäfte, die Auswirkungen auf die Kirchgemeinden haben, zum Beispiel der Beitragssatz. Dank meiner Tätigkeit in der Synode habe ich da manchmal einen Wissensvorsprung.

Die Rolle der Synode ist manchen anfänglich nicht klar, die sich dafür zur Verfügung stellen. Aber es ist wie in der Kirchgemeinde: Im dualen System ist der Pfarrer oder die Gemeindeleitung für die Seelsorge verantwortlich, während es in den Räten um die Verwaltung und Finanzen geht.

Das Gespräch suchen

Es gibt natürlich auf allen Ebenen Schnittstellen. Wichtig ist es, diese zu erkennen und wahrzunehmen. Kirchenbürger gelangen ab und zu mit pastoralen Anliegen an mich. Wenn ich ihnen die Sachlage erkläre, ergibt sich oft ein ‹Aha, das habe ich nicht gewusst› daraus. Meist werden im Gespräch gute Lösungen für beide Seiten möglich.»