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Zu einem Bauernhof gehören Haus, Scheune und Stall. Im Kanton Luzern manchenorts auch eine Kapelle. Der Pflichten, die damit verbunden sind, kann man sich nicht einfach entledigen. Das will aber auch niemand.

«Nein, eine Last ist das nicht», sagt Hanspeter Wyss. Der Bauer aus Krumbach ist Kassier der Genossenschaft, der die Kapelle St. Wendelin in dem Weiler oberhalb Geuensee gehört. Das Kirchlein, 1576 erbaut, geht auf die Stiftung eines Grossbauern zurück. Heute unterhalten es die Familien der sechs Höfe, in die das damalige Gut später aufgeteilt wurde. Die Pflicht ist im Grundbuch vermerkt und wird vererbt. Die Bauern und Bäuerinnen sind also nicht freiwillig Kapellenpfleger. «Aber mit Stolz», sagt Wyss.

«Es läuft wie von alleine»

Ihre Generalversammlung halten die Genossenschafter jeweils am Sonntag Abend an der alten Fasnacht ab, im Turnus in einer der sechs Bauernstuben. Weitere Sitzungen braucht es nicht, man kann sich aufeinander verlassen. Etwa für die Kilbi im Oktober: «Einer schaut für den Pfarrer, der andere für die Musik», erklärt Hanspeter Wyss. Seine Frau Heidy Wyss kümmert sich mit Sohn Michi um das Weitere. Sie nickt: «Das läuft wie von alleine. An der Kilbi sind einfach alle da und helfen, auch jene, die nicht mehr hier wohnen.» Der Ertrag aus dem Fest steuert den Grossteil der jährlichen Unterhaltskosten von fünf- bis sechstausend Franken bei. Die Genossenschaft kommt ohne Kirchensteuer-Gelder aus. Bei grösseren Unterhaltsarbeiten bittet sie um Spenden.

Unterm Jahr findet in der Wendelinskapelle einmal monatlich ein Sonntagsgottesdienst statt. «Um acht Uhr. Schon ein bisschen früh nach der Stallarbeit», schmunzelt Bauer Wyss. Aber der Termin ist für ihn und seine Frau jeweils gesetzt. Weil man sich da auch trifft. «Früher hatten wir noch eine Schule und die Chäsi im Dorf, jetzt nur noch unsere Kapelle», sagt er. Da stecke auch «Kultur hinderäne», umschreibt Wyss, was er damit meint: Dorfkultur. Die Sorge für die Kapelle ist für ihn eine Form, den Glauben zu leben.

Winzig, aber beliebt

Käthi Arnold geht es gleich. Sie ist sozusagen Sakristanin ohne Auftrag für die Kapelle «Hergottsglobt» im Weiler Gundolingen, der zu Hildisrieden und Rain gehört; Nachbarin Ursula Arnet hilft ihr. «Man macht es einfach», sagt Arnold; ihre Familie kümmert sich seit 1971 um die Kapelle. Das «Herrgottsglobt» gehört grundbuchlich zu zwei Liegenschaften, deren Eigentümer in Kanada und Neuseeland leben und die Betriebe in ihrer alten Heimat verpachtet haben. Kollekten und Spenden reichen für den Unterhalt.

Das Gotteshäuschen ist winzig: «Wenn drei Leute drin stehen, ist es schon ziemlich voll», lacht Arnold. Dafür lädt seine aussichtsreiche Lage zum Verweilen ein. «D Lüüt sind gern dort», weiss Arnold, nicht nur an der jährlichen Maiandacht.

Der Vorstand der Kapellengenossenschaft Krumbach mit (von links) Bruno Koch, Daniel Muff, Silvia Furrer, Hanspeter Wyss, Hans Holzmann (Präsident) und Stefan Arnold. | © 2021 Gregor Gander

Eine Zwanzigernote pro Hof

Über 200 Kirchlein und Chäppeli gibt es im Kanton Luzern; sie sind vielen Menschen Glaubensorte und spirituelle Zuflucht. Beatrice Fuchs etwa, Präsidentin der 2020 gegründeten Stiftung für die Eschkapelle in Ruswil, stellt fest, dass besonders Familien mit Kindern diese besuchen und hier «für kleinere und grössere Sorgen» eine Kerze anzündeten. Ins Fürbittbuch werde viel gezeichnet und würden Gebete geschrieben. «Das zeugt davon, dass es auch in der heutigen Zeit ein Bedürfnis ist, mit Gott im Austausch zu sein», meint Fuchs.

In Ruswil sind die Besitzesverhältnisse anders. Die Eschkapelle war nie in bäuerlicher Verantwortung; seit der Stiftungsgründung steht sie zudem organisatorisch und finanziell auf festem Boden. Trotzdem: Auch hier geht es nur mit Freiwilligenarbeit. Beatrice Fuchs wurde unweit der Eschkapelle gross und wuchs in ihr heutiges Amt hinein: Als Jugendliche umrahmte sie Maiandachten musikalisch, als junge Mutter gestaltete sie als Mitglied der Pflegschaft selbst solche Feiern, sie wurde deren Präsidentin und vor einem Jahr jene der neuen Stiftung.

Auch beim Zändwehchäppeli in der Roteflue ob Schachen wird getan, was getan werden muss – ohne Aufhebens und aus dem eigenen Sack. «Früher hätte man wohl gemeint: Wenn wir das Chäppeli nicht in Ehren halten, bringt das Unglück», meint Doris Zurkirchen, die durch ihre Heirat auf einen der fünf unterhaltspflichtigen Höfe kam. Längst ist ihr und ihren Nachbarinnen und Nachbarn das Chäppeli aber ein Herzensanliegen. 1976 bauten es die Bäuerinnen und Bauern gemeinsam mit der KAB Werthenstein sogar neu auf. «Das war damals gar keine Frage», weiss Zurkirchen. Sie putzt und besorgt die Blumen, daran geben alle Beteiligten im Jahr eine Zwanzigernote, das reicht; der Rest ist Fronarbeit.

Weshalb das Zändwehchäppeli so heisst, weiss niemand, weil es darin gar keine heilige Apollonia gibt, die bei Zahnschmerzen angerufen wird. Es liegt an einem alten Säumerweg nach Entlebuch. Zurkirchen schätzt es als Ort der Stille, wo sie, mit Blick auf den Pilatus, immer wieder verweilt.

Tradition weiterführen

Wer pflegt die Kapellen fürderhin, zumal dann, wenn keine Kirchensteuergelder zur Verfügung stehen? Das sei auch für ihren 23-jährigen Sohn «kein Problem», meint Zurkirchen. Michi Wyss jedoch, der 30-jährige Sohn von Hanspeter und Heidy Wyss und Nachfolger auf dem Hof, sagt, dass ihm die Wendelinskapelle zwar als Kulturgut wichtig sei, jedoch nicht seines Glaubens wegen. «Ohne die Kapelle wäre ich womöglich schon aus der Kirche ausgetreten», räumt er ein. Und in Rain? Käthi Arnold sagt, für die Familien der zwei Höfe sei die Kapelle «ein Kleinod», dazu zu schauen, Tradition. Wer diesen Dienst nach ihr übernehme, wisse sie nicht. Aber sie vertrauedarauf, dass sich jemand finde.
In Ruswil wiederum ist Beatrice Fuchs zuversichtlich. Ihr Team sei gross, die ausscheidenden Mitglieder könnten jeweilen schnell ersetzt werden. «Wir sind jedenfalls alle top motiviert, weiterhin zusammen für unsere Kapelle zu arbeiten.

Dominik Thali

«Wenn drei Leute drin stehen, ist sie schon ziemlich voll»: Die Kapelle «Hergottsglobt» in Rain. | © 2021 Gregor Gander

Kirchen und Kanton Luzern stellen dieses Jahr ihre Bettagsaktion unter das Motto «Mut». Solchen brauche es, um Herausforderungen wie der Corona-Pandemie zu begegnen, schreiben sie; sich gegenseitig Mut zu machen helfe, die Krise als Gemeinschaft zu bewältigen.

Am 19. September 2021 feiern wir, wie immer am dritten Sonntag in diesem Monat, den Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag. Kirchen und Kanton Luzern stellen dieses Jahr ihre gemeinsame Aktion unter das Motto «Mut». MUT ist gefragt in dieser Zeit der Herausforde­rungen. Wie gehen wir mit diesen um? Was empfinden wir als Zu MUTung? Wo sind wir MUTlos, was verursacht ArMUT? Woraus schöpfen wir anderseits neuen LebensMUT? « Danke für Ihren MUT, Ihre Ausdauer und Ihre Zuversicht», heisst es dazu im Aufruf zum Bettag. Das Plakat lädt ein, weiter mit dem Wort MUT zu spielen.

Die drei Landeskirchen und die Regierung laden die Kirchgemeinden und Pfarreien ein, das Bettags-Motto «Mut» in die Gestaltung dieses Feiertags aufzunehmen. Sie haben den Bettagsaufruf gemeinsam verfasst. Auch dieses Jahr wird er von der Islamischen Gemeinde Luzern mitunterzeichnet.

Sechs Feiern, sechs Bäume

Die Landeskirchen wollten die öffentliche Feier zum Bettag, die sie vor einem Jahr in Willisau zu ihrem 50-Jahre-Jubiläum geplant hatten und wegen der Pandemie nicht durchführen konnten, eigentlich dieses Jahr nachholen. Die Corona-Schutzbestimmungen liessen es aber zum Zeitpunkt, als entschieden werden musste, immer noch nicht zu, ein Fest dieses Umfangs zu planen. Die Kirchen haben deshalb beschlossen, auf die Grossveranstaltung in Willisau ganz zu verzichten und stattdessen am 19. September zu sechs dezentralen kleineren Feiern einzuladen.

Die Idee: Reformator Martin Luther wird der Satz zugeschrieben: «Selbst wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.» Die Kirchen setzen deshalb in sechs Regionen des Kantons je einen Baum; für jedes der Jubiläums-Jahrzehnte und das kommende Jahrzehnt einen. Dies geschieht in ökumenischen Feiern, die vor Ort ohnehin stattfinden – und zwar in Luzern, Kriens, Wolhusen, Willisau, Sursee und Hochdorf. Eine Tafel neben den Bäumen wird an das Jubiläum erinnern.

Die sechs Pastoralräume/Pfarreien/Kirchgemeinden gestalten ihre Feiern wie gewohnt und in eigener Verantwortung. Sie stellen dabei aber das Motto «Mut» sowie das Pflanzen des Baums in den Mittelpunkt. Vertretungen der Landeskirchen werden an den Feiern teilnehmen und Grussworte ausrichten.

Mit der Ferienwoche in Delsberg wurde wegen Corona auch dieses Jahr nichts. Die Behindertenseelsorge lud ihre Gäste dafür an sechs Tagen zu Ausflügen in die nähere Umgebung ein. Das kam bei den rund 25 Menschen mit einer geistigen Behinderung gut an. Die Erlebniswoche brachte nicht nur Abwechslung in ihren Alltag; für viele sind solche Angebote auch eine von wenigen Möglichkeiten, Freundschaften zu pflegen.

Der Tag in der Kleintieranlage Sursee ist abwechslungsreich: Handörgeler Seppi Arnold spielt zum Tanz auf, Behindertenseelsorger Bruno Hübscher und seine Mitarbeiterin Heidi Bühlmann laden mit der Gitarre zum Mitsingen ein, zum Zmittag gibts Pizza und Dessert Glacé, und die zwei Wochen jungen Tauben aus dem Schlag von Marlis und Hans Rinert wollen alle von nahe sehen. Marlis Rinert ist pensionierte heilpädagogische Katechetin und langjährige Mitarbeiterin der Behindertenseelsorge. Deren Team, zu dem auch ein Dutzend freiwillige Helferinnen und Helfer gehören, lud vom Freitag der Vorwoche bis Freitag vergangener Woche jeden Tag zu einem Ausflug ein, als Ersatz für die Ferien- und Besinnungswoche für Menschen mit einer geistigen Behinderung, die in dieser Zeit Delsberg stattgefunden hätte. Corona machte dieses Angebot zum zweiten Mal unmöglich.

Füttern erlaubt: Benno Bühlmann mit Betreuer Michi Iten auf dem Erlebnisbauernhof in WInikon. | © 2021 Behindertenseelsorge

Viel Organisationsarbeit

Die Behindertenseelsorge wollte die Woche aber nicht einfach ausfallen lassen. Die rund 25 Gäste, die sich für die Delsberg-Woche angemeldet hatten, erhielten deshalb Anfang Juni einen Fragebogen, auf dem sie ankreuzen konnten, an welchem Angebot der Erlebniswoche sie teilnehmen wollten. Am Montag gings auf einen Bauernhof in Winikon, am Dienstag und Donnerstag aufs Schiff auf den Vierwaldstättersee, an den beiden Freitagen in die Kleintieranlage Sursee und am Donnerstag ins Landwirtschaftsmuseum Burgrain. Wer wollte, konnte auch um einen persönlichen Besuch oder einen kleinen Ausflug in der Nähe bitten. Das alles wurde rege nachgefragt und gab aber auch viel zu organisieren: Wer kann allein reisen, wer braucht Hilfe? Wer holt wen ab, und wie kommt dieser oder jener Gast wieder nach Hause? Die Fäden liefen bei Heidi Bühlmann zusammen, die betont, wie sehr sie sich jeweils auf die freiwilligen Helferinnen und Helfer verlassen könne.

Sie nehmen’s gemütlich: Helena Baumeler (links) und Betreuerin Ursula Stiner auf der Vierwaldstättersee-Rundfahrt | © 2021 Behindertenseelsorge

Delsberg-Woche im September soll stattfinden

Im Herbst geht’s dann wieder richtig ins Lager: Die Ferien- und Besinnungswoche für Menschen mit einer Körperbehinderung, die im Mai hätte stattfinden sollen, wurde auf den 27. September bis 2. Oktober verschoben. Schon Anfang September, vom 3. bis 5., lädt die Behindertenseelsorge Menschen mit einer geistigen Behinderung zu einem Wochenende im Hotel und Bildungszentrum Matt in Schwarzenberg ein. Dieses steht unter dem Titel «Lebendiges Wasser».

Auf Tuchfühlung: Beat Grüter beim Ausflug auf den Erlebnisbauernhof in WInikon, | © 2021 Behindertenseelsorge

Die Ausgangslage im Synodalrat für die Gesamterneuerungswahlen 2022 steht fest: Markus Müller, seit 2014 im Amt, stellt sich dann nicht mehr zur Verfügung. Er war 2014 erstmals gewählt worden. Sechs weitere Synodalratsmitglieder kandidieren erneut. Zwei Sitze in der landeskirchlichen Exekutive sind derzeit vakant und sollen anlässlich der Synode vom 10. November wieder besetzt werden.

Die aktuelle Amtsperiode endet am 30. Juni 2022. Markus Müller (54) ist Gemeindeleiter der Pfarrei Nebikon und seit 2014 geistliches Mitglied mit dem Ressort «Spezialseelsorge und Gremien». Er begründet seinen Rücktritt mit der zunehmenden Belastung als designierter Leiter des Pastoralraumes Mittleres Wiggertal (Pfarreien Altishofen-Ebersecken; Nebikon; Schötz-Ohmstal; Egolzwil-Wauwil). Die zusätzlichen Aufgaben in der Seelsorge liessen sich auf die Dauer nicht mit den Arbeiten als Synodalrat vereinbaren. Der Synodalrat bedauert den Rücktritt von Markus Müller sehr. Er versteht aber die Begründung und ist ihm dankbar, dass er diesen rechtzeitig kommuniziert hat, damit genügend Zeit für die Regelung der Nachfolge bleibt. Es liegt nun an der Konferenz der Leitungspersonen der Pastoralräume und der Geschäftsleitung der Synode, eine geeignete Kandidatin oder einen geeigneten Kandidaten für die Nachfolge zu suchen.

Die aktuell sechs weiteren Mitglieder des Synodalrats stellen sich alle für eine weitere Amtsdauer zur Verfügung:

  • Renata Asal-Steger (Luzern, 61), derzeit Präsidentin, seit Juli 2010 im Amt
  • Hans Burri (Malters, 63), seit Januar 2012 im Amt
  • Annegreth Bienz-Geisseler (Entlebuch, 56), derzeit Vizepräsidentin, seit Juni 2012 im Amt
  • Armin Suppiger (Kriens, 58), seit Mai 2016 im Amt
  • Sandra Huber (Willisau, 43), seit Juli 2018 im Amt
  • Thomas Räber (Hitzkirch, 55), seit Juli 2018 im Amt

Die Exekutive der Landeskirche zählt neun Mitglieder, die von der Synode, dem Kirchenparlament, gewählt werden. Zwei Sitze sind derzeit vakant und sollen an der Session vom 10. November wieder besetzt werden: Jener von Brigitte Glur-Schüpfer (Meggen, früher geistliches Mitglied), die im Sommer 2020 in die Bistumsregionalleitung wechselte, und jener von Olivia Portmann (Eich), die Ende April nach dreijähriger Tätigkeit zurücktrat.

Die Geistlichen Mitglieder werden von der Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Pastoralräume in Zusammenarbeit mit der Bistumsregionalleitung nominiert, die weiteren Mitglieder in der Regel über ihre Fraktionen, die regional zusammengesetzt sind. Ziel ist, dass jeder Kantonsteil im Synodalrat vertreten ist.

Dominik Thali

Die Kirche unterstützt junge Menschen. Zum Beispiel über Jungwacht Blauring und die Pfadi. «Mega froh» sind deren Leiterinnen und Leiter darum. Vereinnahmen lassen sie sich deswegen aber nicht. Gott und die Welt sind ihnen am Lagerfeuer näher als im Gottesdienst.

Glauben leben» heisst einer der fünf Grundsätze im Leitbild von Jungwacht Blauring Schweiz. Damit sind allerdings nicht Lagergottesdienste gemeint – solche gibt es kaum mehr. «Sondern unser Alltag», sagt Elias Müller, Co-Präsident von Jungwacht Blauring Kanton Luzern. «Am Lagerfeuer sitzen und übers Leben reden, singen, etwas erleben und Erfahrungen teilen.» Glaube habe in der Jubla wie Pfadi wenig mit der Kirche als Einrichtung und traditionellen Feiern gemein.

Finanziell sind Jungwacht-Blauring wie Pfadi allerdings «mega froh» um die Kirche, sagt Pfadi-Kantonsleiter Simon Hofstetter. Die beiden Verbände schätzten aber auch, dass in der Regel keine Bedingungen daran geknüpft seien.

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Eine Arbeitsgruppe des Synodalrats hat im April eine Wegbeschreibung vorgelegt «für kirchlich engagierte Menschen, die den Aufbruch wagen». Das «Kirchenschiff» stellt in einer Serie die darin vorgeschlagenen «Zehn Schritte» vor und gibt Personen, die es betrifft, dazu das Wort. Zum ersten «Schritt» äussern sich Theres Küng, Leiterin des Pastoralraums Michelsamt, und Claudio Tomassini, Leiter des Pastoralraums Region Sursee.

  • Zum Schritt 1 | Vertrauenskultur: Alle Mitarbeitenden bringen den Entwicklungen hin zu einer geschwisterlichen Kirche Wertschätzung entgegen, fördern den Dialog zwischen geweihten und nicht geweihten Frauen und Männern und stärken damit die Vertrauenskultur vor Ort, im Bistum und in der ganzen Kirche.
  • Zur Übersicht über alle «Zehn Schritte zu einer geschwisterlichen Kirche»
  • Hier das Faltblatt herunterladen

Zeit zu zweit in ungewohnter Umgebung stärkt die Beziehung: Die Landeskirche will mit Erlebnis-Angeboten Menschen ansprechen, die sich und ihr Gegenüber neu entdecken wollen. Auf dem Wasser im Kanu etwa oder bei einem sinnlichen «Date im Weinberg». Das zieht.

Was hält unsere Beziehung im Fluss? Welches sind meine, unsere Wurzeln? Was gibt uns Luft? Und wofür brennt unser Feuer der Leidenschaft? Zehn Paare machen sich an diesem Juni-Abend mit Fragen zu den vier Elementen in Etappen auf den Weg durch einen Weinberg. In der Gruppe haben sie zuvor jeweils Impulse erhalten, auf Karten notieren sie unterwegs Gedanken, die sie später in eine leere Weinflasche «abfüllen»: Auf dass ihre Beziehung weiter reife. «Edle Weine entwickeln sich über die Jahre. Sie verlieren Kanten und Ecken, werden runder», sagt Thomas Villiger. «So wertvoll kann doch auch eine Beziehung sein. Sie wird mit zunehmendem Alter köstlicher.»

Ohne Pflege keine tragfähige Beziehung

Der Theologe, bei der Landeskirche verantwortlich für den Bereich Partnerschaft, Ehe und Familie, hat den Abend, das «Date im Weinberg», zusammen mit der Psychologin Hildegard Pfäffli Murer vorbereitet, die bis Anfang Jahr Leiterin der «elbe – Fachstelle für Lebensberatung» war, mit der die Kirche verbunden ist. Die Idee: Ein Abend, der alle Sinne anspricht, Stunden zum Geniessen, eingebettet in eine schöne Landschaft. Dafür konnten Villiger und Pfäffli das Weinbauer-Paar Inès und Thomas Bisang in Altishofen gewinnen. Deren Leidenschaft, die Sprache des Weins, die derjenigen der Liebe so ähnlich ist, und die Geschichten, die sich dazu erzählen lassen, vermählen sich zu einer gelungenen Assemblage.

Die Paare, die am «Date im Weinberg» teilnahmen, füllten ihre eigene Weinflasche mit aufnotierten Erkenntnissen aus dem Abend zu ihrer Beziehung. | © 2021 Dominik Thali

Hildegard Pfäffli weiss aus ihrer Erfahrung in der Beziehungsberatung: Oft geben Paare als Grund für die Probleme an, sie hätten sich auseinandergelebt. «Auf die Frage, wann sie das letzte Mal Exklusivzeit miteinander verbracht hätten, kam immer wieder das grosse Schweigen.» Für Pfäffli ist Beziehungspflege so wichtig wie die Bodenpflege im Weinbau: «Ohne tragen die Stöcke keine Frucht», sagt sie. Und meint augenzwinkernd zu den zehn Paaren: «Ich muss ihnen also ein Kompliment dafür machen, dass die überhaupt da sind.» Ein Müssen ist dieser önologische Paarlauf freilich für keines der Paare. Man trotzt mit gutem Schuhwerk dem Regen und verkostet zu später Stunde am Feuer zur Focaccia, was der Bisangsche Keller nicht passender hergeben könnte. Zwei Cuvées. Sie heissen «Männlich» und «Weiblich».

Dominik Thali

Die beiden Angebote sollen auch 2022 stattfinden; Daten gibt es aber noch nicht.

Aufgeführt sind die personellen Wechsel auf ein halbes Jahr zurück.

  • Martina Meyer tritt am 1. Juli das Amt als Kirchmeierin von Schongau an. Sie ist die Nachfolgerin von Sepp Koch, der Ende Mai nach 15-jähriger Tätigkeit zurücktrat.

18. Juni 2021

  • Thomas Glur-Schüpfer, seit Herbst 2019 Pfarreiseelsorger im Pastoralraum Region Sursee und Bezugsperson für die Pfarrei Nottwil, übernimmt die Leitung des Pastoralraums der Stadt Solothurn hat in der Folge auf Ende August 2021 gekündigt.

7. Juni 2021

  • Seit dem 15. Oktober 2016 leitet Christoph Beeler-Longobardi die Pfarreien Ballwil, Eschenbach und Inwil. In dieser Zeit wurde der Pastoralraum Oberseetal errichtet. Nun hat er sich entschlossen, die Leitungsaufgabe abzugeben, um sich wieder vermehrt den pastoralen Aufgaben widmen zu können. Er wird seine Anstellung per 31. Oktober 2021 beenden und anderswo eine neue Aufgabe im pastoralen Dienst übernehmen.

28. Mai 2021

  • Im Pastoralraum Rontal tritt der Leitende Priester Beat Jung (71) auf Ende November zurück. Seine Nachfolge ist noch offen.
  • Im Pastoralraum Pfaffnerntal-Rottal-Wiggertal wird Mitte September Beda Baumgartner (66) neuer Leitender Priester. Er folgt auf Godwin Ukatu, der im Sommer den Pastoralraum verlässt. Beda Baumgartner wohnt in Olten und war zuletzt als Pfarrer im Pastoralraum Gösgen tätig.

25. Mai 2021

  • In Geiss wurde auf den 1. Juni 2021 Pius Emmenegger neu in den Kirchenrat gewählt. Er tritt die Nachfolge von Michael Odermatt an, der seit dem 1. Juni 2018 dem Kirchenrat angehörte.
  • In der Pflegschaft Heiligkreuz tritt Thomas Kaufmann auf Ende Juni 2021 nach elfjähriger Tätigkeit als Pfleger zurück. Sein Nachfolger ist Toni Portmann (Schüpfheim).

20. Mai 2021

  • Im Kirchenrat Reiden ist Merita Tomaj Ende März zurückgetreten. Sie war seit Juni 2020 im Amt.
  • Claudia Stocker-Portmann wird am 1. August 2021 die Nachfolge von Heidi Graber auf dem Sekretariat der Fachbereiche der Landeskirche antreten. Claudia Stocker (50) . Sie ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder und lebt mit ihrer Familie in Buttisholz. Nach der kaufmännischen Lehre konnte sie viel praktische Erfahrung in der Sekretariatsführung und Sachbearbeitung erwerben. Während 10 Jahren war sie als Pfarreisekretärin beim Pfarramt Buttisholz tätig. Aktuell arbeitet Claudia Stocker bei der Berufsschule der Stiftung Brändi in Kriens.

19. Mai 2021

  • Mimmo Basile (56), Leiter und Seelsorger der Italienermission im Kanton Luzern – viele nennen ihn einfach Don Mimmo – wechselt Anfang September in den Kanton Zug als Leiter der dortigen Missione Cattolica Italiana. Sein Nachfolger wird Stefano Ranfi (56) als Missionar, der unterstützt wird von Marco Nuzzo (47) als Missionsseelsorger. Beide stammen aus Rom. Marco Nuzzo ist in der Schweiz geboren, aber in Italien aufgewachsen.

17. Mai 2021

  • Die zwei Sitze, die im Kirchenrat Hildisrieden Ende Mai durch die Rücktritte von Sandra Bründler (Kirchmeierin) und Sandra Zurfluh (Mitglied) frei werden, sind wieder besetzt. Ab 1. Juni ist Nadine Aregger neue Kirchmeierin, Rekha Hess neues Mitglied des Rats.

6. Mai 2021

  • Im Kirchenrat Ettiswil tritt Georg Studhalter Ende Juni 2021 nach über 14-jähriger Tätigkeit zurück. Als sein Nachfolger ist Alex Schwegler still gewählt worden.

29. April 2021

  • Irène Kohler-Marti ist ab 1. Juni Kirchenrätin von St. Urban, sie tritt die Nachfolge von Silvana Christen an, die seit dem Jahr 1998 im Amt ist.

29. April 2021

  • Godwin Ukatu, seit Sommer 2019 Leitender Priester des Pastoralraums Pfaffnertal-Rottal-Wiggertal, verlässt diesen per Ende Juli. Er wechselt in der gleichen Funktion in den Pastoralraum Möhlinbach im Kanton Aargau.

27. April 2021

  • Im Kirchenrat Horw tritt Präsident Michael Bussmann auf 31. Mai 2021 zurück. Er ist seit 1. Juni 2010 im Amt. – Im Kirchenrat Eich ist seit 1. April 2021 Martin Nützi neues Mitglied; hier bestand seit dem Rücktritt von Andrea Waldispühl vor bald einem Jahr eine Lücke.

22. April 2021

  • Im Kirchenrat Geiss ist Michael Odermatt Ende März zurückgetreten. Er war seit 1. Juni 2018 im Amt.

15. April 2021

  • Ebenfalls am 1. August wird Alexander Mrvik-Emmengger die Nachfolge von Thomas Leist als Stellenleiter der «Information Kirchliche Berufe» (IKB, «Chance Kirchenberufe») antreten. Er ist seit 25 Jahren im kirchlichen Dienst tätig, davon seit 12 Jahre in der Pfarrei St. Pius Meggen und in den „meggerwald pfarreien“. Er wird zusätzlich zur Aufgabe als Stellenleiter IKB weiterhin zu 20% im Pastoralraum „meggerwald pfarreien“ arbeiten.

30. März 2021

  • Diakon David Rüegsegger übernimmt am 1. August die Leitung des Pastoralraums Emmen-Rothenburg. Er wird damit Nachfolger von Kurt Schaller. Dieser ist ist seit 2012 in Emmen tätig und leitet den Pastoralraum seit dessen Gründung 2016. Rüegsegger wechselte 2015 von Hochdorf als Pfarreileiter nach Rothenburg. Seine neue Aufgabe bedeutet, dass die heutige dezentrale Führungsverantwortung der fünf Pastoralraum-Pfarreien in die Hände einer einzigen Person gelegt wird.

30. März 2021

  • In Hohenrain ist Roger Dahinden still in den Kirchenrat gewählt worden. Er ist ab 1. Juni Nachfolger von Klaus Leu, der Ende Mai nach elfjähriger Amtszeit zurücktritt.

29. März 2021

  • Synodalrätin Olivia Portmann tritt auf Ende April zurück. Ihre Beweggründe sind beruflicher Natur. Neben ihrem Amt als Synodalrätin ist sie als Leiterin einer Volksschule tätig. Diese Aufgabe fordere immer mehr Ressourcen, heisst es in einer Mitteilung. Die Schule sei in den letzten Jahren gewachsen, jetzt stehe ein Neubauprojekt an. Die Doppelbelastung lasse es nicht zu, beide anspruchsvollen Aufgaben gebührend wahrzunehmen. Olivia Portmann gehört dem Synodalrat seit Sommer 2018 an; sie betreut das Ressort Religiöse Bildung und ist als Mitglied der Steuergruppe mitverantwortlich für die strategische Führung der Fachbereiche. Die Nachfolgeregelung ist offen.

25. März 2021

  • In Rain gibt Kirchenrätin Patricia Lang-Bucheli auf Ende Mai ihr Amt ab; sie gehört dem Rat seit 2009 an. – Auf den gleichen Zeitpunkt tritt im Kirchenrat St. Urban Sylvana Christen zurück; sie ist seit 1998 im Amt.

12. März 2021

  • Im Kirchenrat Reiden tritt Angelika Naydowski auf Ende Juli zurück. Sie gehört dem Rat seit 1. Juni 2007 an.

9. März 2021

  • Hanspeter Kneubühler ist ab 1. Juni neuer Kirchenrat in Sempach. Er wurde still gewählt und wird Nachfolger von Rita Bühler-Helfenstein, die Ende Mai zurücktritt.

26. Februar 2021

  • Im Kirchenrat Kriens ist Ende Februar Cyrill Müller, Mitglied seit 2014, zurückgetreten.
  • Im Kirchenrat Hildisrieden treten Kirchmeierin Sandra Bründler (seit 2018) und Mitglied Sandra Zurfluh (seit 2017) beide per Ende Mai zurück.

25. Februar 2021

  • Der Pastoralraum Malters-Schwarzenberg erhält eine neue Leitung: Othmar Odermatt übernimmt Mitte August die Nachfolge von Seppi Hodel, der in Pension geht. Hodel ist seit 2016 in den beiden Pfarreien tätig. Othmar Odermatt (58) stammt aus Ennetmoos NW und lebt mit seiner Familie in Luzern. Ursprünglich Landmaschinenmechaniker, bildete er sich zum Religionspädagogen aus und studierte Theologie auf dem dritten Bildungsweg. Seit 2017 ist er als Pfarreiseelsorger in Ruswil engagiert, nun Teil des Pastoralraumes Region Werthenstein.

22. Februar 2021

  • Die Kirchgemeinde Adligenswil hat eine neue Präsidentin. Monika Koller folgt auf Richard Beeler, der Ende Mai zurücktritt. Sie wurde am 3. Februar still gewählt.

5. Februar 2021

  • Mirjam Furrer übernimmt am 1. August die Leitung im «MaiHof – Pfarrei St. Josef». Die 41-jährige Theologin ist derzeit in der Pfarrei St. Leodegar im Hof tätig. Sie tritt die Nachfolge von Franz Zemp an, der nach 18 Jahren im «MaiHof» in den Pastoralraum «Oberer Sempachersee» wechselt.

1. Februar 2021

  • Reto Bächler gehört ab 1. Juni neu dem Kirchenrat Sursee an. Er folgt dann auf Adrian Mehr, der zurücktritt. Reto Bächler wurde still gewählt.

27. Januar 2021

  • Jaroslaw Platunski, Pfarradministrator von Reiden-Wikon, wechselt auf den 1. August als Pfarrer des Pastoralraums am Rohrdorferberg in den Kanton Aargau.

19. Januar 2021

  • Die beiden Ende Jahr freigewordenen Sitze im Kirchenrat Schwarzenberg sind wieder besetzt. Veronika Beck und Lorena Marsura sind still gewählt worden; sie folgen auf Andrea Wobmann und Peter Burri.

18. Dezember 2020

  • Die Kirchgemeinde Neuenkirch hat wieder einen Präsidenten. Beat Wolfisberg wurde am 26. November still gewählt; er ist Nachfolger des verstorbenen Beat Schnyder.
  • Für Petra Müller, Aktuarin des Kirchenrats Zell, die Ende November aus dem Kirchenrat Zell zurücktrat, wurde eine Nachfolgerin still gewählt: Priska Graber. Sie tritt ihr Amt am 1. Januar 2021 an.

17. Dezember 2020

  • Der Theologe Valentin Beck (36) übernimmt die ökumenische Seelsorgestelle in der Gassenarbeit Luzern, ein 30-Prozent-Pensum. Er wird am 1. April Nachfolger von Franz Zemp, der seit fünf Jahren Gassenseelsorger ist und in den Pastoralraum Oberer Sempachersee wechselt. Beck wird weiterhin als Bundespräses bei der Bundesleitung des katholischen Jugendverbandes tätig sein.
  • Markus Fellmann wird Leitender Priester des Pastoralraums Hitzkirchertal, der am 2. Mai errichtet wird. Der 51-Jährige ist zurzeit Pfarrer im Breitenbach-Fehren-Schindelboden im Pastoralraum Thierstein im Kanton Solothurn und tritt seine neue Stelle am 1. August an.

27. November 2020

  • Im Kirchenrat Hohenrain tritt Klaus Leu auf Ende Mai 2021 zurück. Er gehört dem Rat seit 1. Juni 2010 an. – Im Kirchenrat Schongau gibt auf den gleichen Zeitpunkt Sepp Koch sein Amt als Kirchmeier weiter. Er übt dieses seit 1. Juni 2006 aus.
  • Zwei Rücktritte im Kirchenrat Schwarzenberg: Andrea Wobmann (seit 1. Juni 2014) und Peter Burri (seit 1. Juni 2018) stellen ihre Ämter auf Ende Jahr zur Verfügung. Andrea Wobmann gehört seit 1. September 2020 dem Gemeinderat Schwarzenberg an.

25. November 2020

  • Beat Jung ist seit Mitte November Chorherr des Kollegiat-Stiftes St. Leodegar im Hof Luzern. Seine Position als Leitender Priester des Pastoralraumes Rontal und dessen Pfarreien Buchrain-Perlen, Ebikon und Root behält er.

Die Kirchen helfen Menschen in Not, ohne lange Fragen zu stellen. Das gehört zu ihrem Grundauftrag. Ihre Sozialberatungen sind in der Corona-Zeit besonders gefragt. «Menschen, denen es ohnehin nicht gut geht, geht es jetzt noch schlechter», heisst es dort. Finanziell wie familiär.

Die Zahlen steigen in allen Bereichen. Bei der reformierten Sozialberatung in der Stadt Luzern ersuchten 2020 ein Viertel mehr Personen als im Vorjahr um einen Geldbetrag. Die Kirchgemeinde gab dafür 165 000 Franken aus, weitere 65’000 trugen Gesuche an externe Stellen bei. Die katholische Sozialberatung in Luzern wiederum verzeichnete vergangenes Jahr etwa einen Drittel mehr vertiefte Beratungen, und die 50 Neuanmeldungen im ersten Quartal 2021 entsprechen einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr.

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Die katholische Landeskirche Luzern schliesst das Jahr 2020 mit einem unerwartet hohen Überschuss ab. Daraus unterstützt sie den Bau der neuen Kaserne der päpstlichen Schweizergarde in Rom mit 250‘000 Franken. Der Antrag war an der Frühjahrssession der Synode praktisch unbestritten.

Medienmitteilung vom Mittwoch, 26. Mai 2021

Rund 78‘000 Franken Plus hatte die Landeskirche für das vergangene Jahr veranschlagt, knapp 1,05 Millionen sind es geworden. Dafür gibt es vorab zwei Gründe: Die höheren Steuererträge 2019 der Kirchgemeinden, die für deren Beiträge an die Landeskirche 2020 massgebend waren, und der tiefere Sachaufwand. Wegen der Corona-Pandemie konnten viele Projekte nicht oder nur eingeschränkt durchgeführt werden. Der finanzverantwortliche Synodalrat Armin Suppiger rechnet aber mit roten Zahlen in den kommenden Jahren: «Die Pandemie wird sich sicher auf die Finanzen der Kirchgemeinden und damit auch der Landeskirche auswirken», sagte er.

Luzern will Familienwohnungen

Das ohne Wortmeldungen genehmigte gute Ergebnis 2020 trug indessen dazu bei, dass die Synode den Antrag des Synodalrats, den Neubau der Kaserne der Schweizergarde in Rom mit 250‘000 Franken zu unterstützen, bei nur wenigen Gegenstimmen und einigen Enthaltungen annahm. Dagegen sprach sich nur Stefan Waldis (Luzern) aus. Der Neubau sei nötig, sagte Waldis, aber er frage sich, ob es Aufgabe der Landeskirche sei, diesen mitzufinanzieren, wenn gleichzeitig Millionen von Menschen auf der Flucht und ohne Obdach seien.

Stefan Waldis (Luzern) wehrte sich als einziger Synodale gegen den Beitrag der Landeskirche an den Neubau der Schweizergarde-Kaserne. | © 2021 Dominik Thali

Die 250‘000 Franken entsprechen rund einem Franken pro Katholikin und Katholik im Kanton Luzern. «Wir sind ein Kanton mit einer langen Gardetradition, der zudem schon etliche Kommandanten gestellt hat», sagte Synodalrat Thomas Räber. Die Summe fliesst nun, verteilt auf fünf Jahre, in eine Stiftung, welche die Mittel für das 50-Millionen-Projekt beschafft.

Die Synode will zudem, dass der Luzerner Betrag für den Bau der geplanten Familienwohnungen verwendet wird. Vielleicht mache «der eine und andere Kirchenmann im Vatikan sich vermehrt Gedanken um die Modernisierung und Öffnung der katholischen Kirche», wenn es dort mehr Familien gebe, welche die alten Mauern belebten, heisst es dazu in der Botschaft. Der Synodale Fredy Suter (Emmen) hatte noch weiter gehen wollen. Er beantragte, der Beitrag von 250’000 Franken sei «gezielt und ausschliesslich für die Planung und Erstellung der Unterkunft für Gardistinnen einzusetzen». Damit solle «die Gleichstellung in der Kirche und Garde» vorangetrieben werden. Fredy Suter zog seinen Antrag aber zurück, nachdem Synodalrat Thomas Räber auf die schon in der Botschaft bekundete Absicht verwiesen und versichert hatte, Suters Anliegen werde protokollarisch festgehalten.

Erste Kirchgemeindefusion bestätigt

Einstimmig genehmigte die Synode die Fusion der Kirchgemeinden Dagmersellen und Uffikon-Buchs zur Kirchgemeinde Hürntal. Sie bestätigte damit den Urnenentscheid der beiden Kirchgemeinden vom 31. Januar. Die erste Kirchgemeindefusion im Kanton Luzern wird damit nächstes Jahr Tatsache. «Ein weiterer Meilenstein», freute sich der Synodale Marco Fellmann, der auch Präsident der Kirchgemeinde Dagmersellen ist. Für ihn ist der Zusammenschluss «auch ein Solidaritätsprojekt». Dagmersellen und Uffikon-Buchs sind die ersten Kirchgemeinden, die vom neuen Fusionsfonds profitieren, den die Synode im November beschloss. Sie erhalten daraus einen Beitrag von 30‘000 Franken. Der Synodalrat rechne mit weiteren Fusionen, sagte Thomas Räber.

Marco Fellmann, Synodale und Kirchgemeindepräsident von Dagmersellen, bedankte sich für die Zustimmung des Parlaments zur Fusion der Kirchgemeinden Dagmersellen und Uffikon-Buchs. | © 2021 Dominik Thali

Und ausserdem hat die Synode…

  • Franziska Fluder (Root), Elisabeth Hänzi (Luzern) und Guido Estermann (Kriens) als neue Mitglieder vereidigt. Sie folgen auf Blanka Adamek, Emil Banz und Cyrill Müller.
  • die Jahresberichte ihrer Kommissionen und des Synodalrats sowie dessen Rechenschaftsbericht genehmigt.
  • ermöglicht, dass die Guthaben der bei der Landeskirche-Pensionskasse versicherten Personen nächstes Jahr höher verzinst werden können, um die Rentenverschlechterungen teilweise aufzufangen. Dazu wird eine Rückstellung der Landeskirche teilweise aufgelöst.
  • der Neuumschreibung der sieben Synodalkreise zugestimmt. Es gibt nun keine Pastoralräume mehr, deren Kirchgemeinden unterschiedlichen Synodalkreisen angehören. Die neue Einteilung gilt ab dem 1. Juni 2022 und führt zu teilweise neuen Sitzzahlen in den Synodalkreisen, die auch Wahlkreise sind. Das Kirchenparlament wird nächstes Jahr neu gewählt.
  • den neuen Zusammenarbeitsvertrag der Landeskirche für den «Bildungsgang kirchliche Jugendarbeit mit Fachausweis» genehmigt.
  • den Beitragssatz für die Kirchgemeinden genehmigt, welche den Lastenausgleich mitfinanzieren. Er bleibt für die kommenden drei Jahre unverändert.
  • Monica Andrea Arce (Hochdorf) als neues Mitglied in die Delegiertenversammlung der Migrantenseelsorge, also deren Parlament, gewählt. Sie folgt auf Oliver Marroquin.
Elisabeth Hänzi (Luzern) wurde neben Franziska Fluder-Schaffhauser (Root) und Guido Estermann (Kriens) als neues Mitglied der Synode vereidigt. | © 2021 Dominik Thali
Ruth Jossen (Ebersecken, links) und Rosmarie Wagner (Zell) studieren die Informationsbroschüre zum Schweizergarde-Neubau. Das Parlament genehmigte den Luzerner Beitrag dazu klar. | © 2021 Dominik Thali
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