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Aus der Sicht des Synodalrats: die Zeichen der Zeit zu erkennen versuchen

Zart und kaum beschrieben liegt es vor uns, das neue Jahr. Erst vor wenigen Tagen haben wir es begrüsst: Die einen mit Feuerwerk und knallenden Korken, die anderen eher still und ruhig. Auf der Schwelle zum Neuen Jahr halten wir inne, schauen auf das Vergangene zurück und riskieren einen Blick in die Zukunft. Mitunter fragen wir uns: Will ich etwas Neues wagen oder soll mein Leben unverändert weitergehen? Diese Frage stellt sich auch in Kirche und Gesellschaft: Sollen und dürfen wir weitermachen wie bis anhin? Ist ein «weiter so» überhaupt zukunftsfähig?

Öffnet die Fenster, lasst euch auf die «Zeichen der Zeit» ein, hört den Menschen zu und greift ihre Fragen auf! Manche werden sich an den Aufruf von Papst Johannes XXIII. erinnern, der vor gut 50 Jahren die Kirche mit Hoffnung versah und in Schwung versetzte. Das Zweite Vatikanische Konzil bewirkte einen verheissungsvollen Aufbruch und hat die Kirche nachhaltig geprägt. Doch vieles ist versandet, manches wurde verdrängt und von Aufbruchsstimmung war je länger je weniger etwas zu spüren.

Mit Papst Franziskus ist eine Wende eingetreten. In seinem apostolischen Schreiben «Evangelii Gaudium» macht er sich stark für eine Kirche, die ihre Türen öffnet, aufbricht und sich in gesellschaftliche Randgebiete wagt. Ebenso fordert Franziskus in der Umweltenzyklika «Laudato si’» alle Menschen, unabhängig von ihrem Glauben, zur Umkehr auf. Er sorgt sich, dass der Mensch mit seiner konsumorientierten Lebensweise die eigenen Lebensgrundlagen unwiderruflich gefährdet und ruft eindringlich zu einem respektvollen und sorgsamen Umgang mit dem Haus Erde auf. Christinnen und Christen erinnert er an ihre Verantwortung für die Schöpfung und die Mitmenschen. Das Eine könne vom Andern nicht getrennt werden.

Die Katholische Kirche im Kanton Luzern gibt sich in diesem und dem nächsten Jahr den Leitsatz «Kirche – weitsichtig handeln» und lädt uns alle ein, aufzubrechen, uns auf den Weg zu machen und Türen wie Fenster sperrangelweit zu öffnen, damit Gottes Geistkraft wirken kann. Als Kirche im Kanton Luzern wollen wir versuchen, «die Zeichen der Zeit» zu erkennen. Wir wollen Sorge tragen für unser gemeinsames Haus Erde und die Fragen der Menschen von heute aufgreifen.

Von Herzen wünsche ich Ihnen ein gesegnetes 2016 und freue mich darauf, mit Ihnen unterwegs zu sein.

Renata Asal-Steger, Synodalratspräsidentin

Forum

In der Rubrik «Forum» des «Luzerner Kirchenschiffs» schreiben abwechselnd Mitglieder der Bistumsregionalleitung und des Synodalrats zu einem selbst gewählten Thema.