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Armin Suppiger neu in den Synodalrat gewählt

Willkommen im Synodalrat: dessen Präsidentin Renata Asal-Steger und Synodalverwalter Edi Wigger mit dem neuen Synodalrat Armin Suppiger. | © 2016 Dominik Thali
Willkommen im Synodalrat: dessen Präsidentin Renata Asal-Steger und Synodalverwalter Edi Wigger mit dem neuen Synodalrat Armin Suppiger. | © 2016 Dominik Thali

Der Synodalrat ist wieder vollzählig. Die Synode hat heute (11. Mai 2016) an ihrer Frühjahrssession Armin Suppiger (Luzern) als neues Mitglied der neunköpfigen Exekutive der Luzerner Landeskirche gewählt. Weiter hat das Kirchenparlament die Rechnung 2015 genehmigt. Der unerwartete Gewinn gibt der Landeskirche wieder Handlungsspielraum – zum Beispiel für die Förderung des Pfarreiblatts.

Armin Suppiger (53) stammt aus Buttisholz und lebt mit seiner Familie in Luzern. Er übernimmt als Nachfolger von Markus Kronenberg (Eschenbach), der Ende des vergangenen Jahres zurücktrat, das Ressort Finanzen. Suppiger hat sich nach einer kaufmännischen Ausbildung zum Experten in Rechnungslegung und Controlling sowie Mehrwertsteuer-Experten weitergebildet. Er führt ein Treuhand- und Steuerberatungsbüro.
Von den 100 Synodalen waren 86 anwesend; Armin Suppiger erhielt 84 Stimmen. Ein Ergebnis, das ihn ehre, meinte der Neugewählte, der sogleich vereidigt wurde und mit der ersten Synodalratssitzung am 18. Mai sein Amt antreten wird. «Herzlichen Dank! Ich will mein Bestes geben.»

Wieder schwarze Zahlen

Die Jahresrechnung genehmigte die Synode einstimmig. Nach fünf Verlustjahren schliesst die Rechnung 2015 mit einem Überschuss von rund 910‘000 Franken ab. Der Voranschlag hatte ein Minus von 165‘000 Franken vorgesehen. Gründe für das bessere Ergebnis sind höhere Steuereinnahmen der Kirchgemeinden, weniger Ausgaben im Lastenausgleich und eine gute Budgetdisziplin. Das Eigenkapital beträgt – um 600’000 Franken gestiegen – nun wieder rund 8.1 Millionen Franken, ist jedoch weitgehend in einer Liegenschaft gebunden.
Es sei «nach wie vor erklärtes Ziel des Synodalrats», Eigenkapital in der Höhe eines Jahresumsatzes, also von rund 9.5 Millionen Franken, anzuhäufen, sagte Synodalrätin Annegreth Bienz (Entlebuch). Die Landeskirche müsse handeln können, um neue Aufgaben übernehmen zu können – etwa in der Palliativ-Seelsorge, bei der Förderung des Pfarreiblatts oder der Integration von Flüchtlingen.

Kantonales Pfarreiblatt für alle

Mit zwei folgenden Beschlüssen unterstrich die Synode diese Vorwärts-Strategie. Der erste: Die finanzkräftigen Kirchgemeinden liefern im laufenden und in den nächsten beiden Jahren weiterhin 6 Prozent jener Steuereinnahmen in den kantonalen Lastenausgleich ab, die über dem kantonalen Steuerkraft-Mittel liegen. Der zweite Beschluss: Sockelbeiträge für das kantonale Pfarreiblatt gehören neu zum Katalog der anrechenbaren Leistungen im Finanzausgleich.
Damit will die Landeskirche vor allem finanzschwachen Landpfarreien ermöglichen, sich das Pfarreiblatt leisten zu können. «Kommunikation ist wichtig, erst recht in den entstehenden Pastoralräumen», sagte Synodalrat Thomas Trüeb. Wird die Anpassung des Lastenausgleichsgesetzes an der Herbstsession in zweiter Lesung bestätigt, könnten 13 Kirchgemeinden profitieren, die das kantonale Pfarreiblatt noch nicht haben, 10 weiteren würde die Finanzierung erleichtert.

Sich in die Palliative Care einbringen

Ein weiterer Bereich, in den sich die Landeskirche einbringen will, ist die Palliative Care. Der Bereich Seelsorge darin sei «eine Aufgabe, welche die Kirche nicht anderen überlassen darf», sagte Marc-Toni Eggler (Ruswil), Präsident der Kommission Diakonie – soziales Engagement. «Die Begeitung von Menschen, auch in schwierigen Situationen, gehört seit jeher zu uns.»
2011 und 2013 hatte die Synode Kredite für ein Pilotprojekt bewilligt, mit dem das Bedürfnis und die Möglichkeiten in der Palliativ-Seelsorge geklärt wurden. Jetzt wurde die Abrechnung genehmigt. Die künftige Rolle der Kirchen ist abhängig von den weiteren Entscheiden des Kantons. Denkbar sei, so Synodalrat Markus Müller (Nebikon) eine Stelle, die für die Vernetzung im Kanton sorge. «Was aber vor Ort möglich ist, soll auch dort geleistet werden.» Im Voranschlag 2016 der Landeskirche sind 25‘000 Franken enthalten, mit denen sich weitere Abklärungen und insbesondere die weitere Mitarbeit im verein Palliativ Luzern finanzieren lassen.

Ausserdem hat die Synode…

… Leo Elmiger (Büron) und Hermann Fries (Emmen) als neue Mitglieder vereidigt. Sie folgen auf Theres Küng (Gunzwil) und Irene Willauer (Rothenburg).
… vom Rücktritt von Beat Haefliger (Rothenburg) auf Ende Juni Kenntnis genommen.
… Die Rechenschafts- und Jahresberichte der Synodekommissionen und des Synodalrats zustimmend zur Kenntnis genommen.
… vom Auswertungbericht der kirchlichen Mediendienstleistungen (www.kirchliche-medien.ch) nach den ersten drei Betriebsjahren Kenntnis genommen. Die Anzahl Ausleihen ist in dieser Zeit um einen Drittel gestiegen, die Anzahl Downloads auf der Website hat sich vervierfacht.
… Mauro Da Ros (Luzern) als Vertreter der Italienermission neu in die Pastoralkommission der Migrantenseelsorge gewählt.

 

Bilder zum Download in Druckauflösung:

Neu in der Synode: Leo Elmiger-Schrag, Diakon und Pastoralassistent in Büron. | © 2016 Dominik Thali
Neu in der Synode: Leo Elmiger-Schrag, Diakon und Pastoralassistent in Büron. | © 2016 Dominik Thali
In einer Verhandlungspause: Martin Müller, Leo Elmiger und Paul Berger (von links). | © 2016 Dominik Thali
In einer Verhandlungspause: Martin Müller, Leo Elmiger und Paul Berger (von links). | © 2016 Dominik Thali
Am Rand der Synode: Cornel Baumgartner (Luzern) und Ursula Lötscher (Eschenbach). | © 2016 Dominik Thali
Am Rand der Synode: Cornel Baumgartner (Luzern) und Ursula Lötscher (Eschenbach). | © 2016 Dominik Thali
Am Rand der Herbstsession der Synode 2016:  Synodalrätin Maria Graf-Huber und Synodale Erich Hausheer, Gemeindeleiter der Pfarreien Rain und Hildisrieden. | © 2016 Dominik Thali
Am Rand der Herbstsession der Synode 2016: Synodalrätin Maria Graf-Huber und Synodale Erich Hausheer, Gemeindeleiter der Pfarreien Rain und Hildisrieden. | © 2016 Dominik Thali
Franz Wicki (links) gratuliert dem neu gewählten Synodalrat Armin Suppiger. | © 2016 Dominik Thali
Franz Wicki (links) gratuliert dem neu gewählten Synodalrat Armin Suppiger. | © 2016 Dominik Thali
Hans-Christoph Heim leitete als Präsident seine erste Session präzis und mit dem von ihm gewohnten Humor. Links Synodalverwalter Edi Wigger, rechts Vizepräsidentin Ursula Hüsler und Stimmenzählerin Bernadette Bircher. | © 2016 Dominik Thali
Hans-Christoph Heim leitete als Präsident seine erste Session präzis und mit dem von ihm gewohnten Humor. Links Synodalverwalter Edi Wigger, rechts Vizepräsidentin Ursula Hüsler und Stimmenzählerin Bernadette Bircher. | © 2016 Dominik Thali
Neu in der Synode: Hermann Fries, Kirchgemeindepräsident von Emmen. | © 2016 Dominik Thali
Neu in der Synode: Hermann Fries, Kirchgemeindepräsident von Emmen. | © 2016 Dominik Thali

Aus dem «Luzerner Kirchenschiff» vom Juni 2016. Zur ganzen Ausgabe und früheren Nummern: hier…


«Eindringlicher Appell»

Der Beschluss des Bistum Basel, künftig seine Priesteramtskandidaten in Freiburg i.Br. ausbilden zu lassen, stiess in der Synode auf Kritik. Roger Seuret (Altishofen) bezog sich bei der Beratung der Rechnung 2015 an den Beitrag von 150’000 Franken, den die Landeskirche jährlich an die Theologische Fakultät bezahlt. Dies sei «ein klares Bekenntnis zum Studienplatz Luzern», die Verlagerung hingegen eine Schwächung und Abwertung. Luzern müsse für alle angehenden Seelsorgerinnen und Seelsorger, auch die Priesteramtskandidaten, der Hauptstudienort bleiben. Die Verlagerung der Priesterausbildung nach Freiburg leiste einer «unguten Klerikalisierung» Vorschub. Seuret verstand sein Votum als «eindringlichen Appell» an die Bistumsleitung.

Synodalrätin Annegreth Bienz  versprach, das Anliegen über die Luzerner Vertretung im Diözesanen Seelsorgerat, Joseph Durrer (Adligenswil) einzubringen.

«Epochaler Wandel»

«Weshalb ist es so schwierig, bis die 25 Pastoralräume im Kanton Luzern verwirklicht werden können?», fragte Fredy Kohler, Präsident der Fraktion Luzern, in der Fragestunde der Session. Es werde zwar viel von Personalmangel gesprochen, antwortete Bischofsvikar Ruedi Heim. «Aber man nimmt kaum den epochalen Wandel wahr, in welchem die Kirche, der Glaube in unseren Breitengraden steckt. Die Gestalt der Kirche wird in 20, 30 Jahren völlig anders sein; das volkskirchliche Gerüst bricht weg und die eigene, verantwortete Glaubensentscheidung wird viel zentraler werden.»

Von den 25 geplanten Pastoralräumen sind 9 errichtet. 3 werden im laufenden Jahr errichtet, mit 6 weiteren ist laut Heim im nächsten Jahr zu rechnen. Bei den restlichen 7 seien die Gründe unterschiedlich, weshalb es länger gehe. Ruedi Heim: «Meist ist es ein personelles Problem – nicht weil Mangel an Personal besteht, sondern die vorhandenen Personen nicht bereit sind, diese Aufgabe zu übernehmen. Oder sie haben keine Zustimmung durch die staatskirchenrechtlichen Behörden gefunden. Oder es gibt niemanden, der diese Aufgabe übernehmen kann.»