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Aktion «Eine Million Sterne»: Lichter der Solidarität und Hoffnung

Lichter der Hoffnung für Menschen in Armut – zum Beispiel in Dagmersellen. | © 2015 Roberto Conciatori
Lichter der Hoffnung für Menschen in Armut – zum Beispiel in Dagmersellen. | © 2015 Roberto Conciatori

Caritas erinnert im Advent mit «Eine Million Sterne» daran, dass in der Schweiz über eine halbe Million Menschen in Armut leben. Die Kerzchen, die am 14. Dezember bei der Aktion «Eine Million Sterne» brennen, sind mehr als schöner Schein. Die Verletzlichkeit der kleinen Flammen ist vielmehr Sinnbild für die Verletzlichkeit aller.

Worum geht es bei «Eine Million Sterne»?

Gina Egg *: Es ist eine Solidaritätsaktion der Caritas für Menschen, die in der Schweiz in Armut leben. Das sind 675 000 Männer, Frauen und Kinder – gut acht Prozent unserer Bevölkerung. Für diese Menschen brennen am 14. Dezember an über achtzig Orten im ganzen Land Abertausende Kerzen. Als Zeichen unserer Verbundenheit.

Wie läuft das ab – kaufe ich eine Kerze und stelle sie hin?

Es wäre natürlich sehr schön, wenn hunderte von Menschen ihre Kerzen gemeinsam hinstellen würden. Aber die Kerzen sollen ab 16 Uhr in einer bestimmten geometrischen Form brennen, beispielsweise einem Stern. Deshalb bereiten wir das mit Helferinnen und Partnern vor. Aber alle können jeder Illumination eine sogenannte «Wunschkerze» hinzufügen. Die lässt sich online bestellen unter wunschkerze.ch und vor Ortdann kostenlos abholen (vgl. Kasten).

Der Anlass hat einen guten Ruf und wärmt das Herz – aber was bringt er?

Der Erlös kommt armen Kindern und Familien in der Schweiz zugute. Caritas Luzern hilft diesen Menschen ganz gezielt. Etwa mit den Caritas-Märkten, dem Patenschaftsprojekt «mit mir» und der «KulturLegi». Die Caritas-Märkte erlauben Menschen mit kleinem Budget, frische und gesunde Lebensmittel sowie Artikel des täglichen Bedarfs günstig einzukaufen. Auch unsere Patinnen helfen ganz direkt, nämlich Kindern armer Eltern. Armut hat ganz verschiedene Gesichter – wenn Eltern arm sind, fehlt es oft an Zeit und Geld, als Familie etwas zu unternehmen. Unsere Paten nehmen sich ein- bis zweimal im Monat Zeit für diese Kinder. Mit der «KulturLegi» erhalten Menschen in Armut bis zu 70 Prozent Rabatt auf Eintrittspreise und Kurskosten. Etwa bei kulturellen Veranstaltungen, Weiterbildungskursen oder Sportangeboten. Schweizweit unterstützen bereits über 2500 Partnerorganisationen die «KulturLegi».

Wie unterstützt Caritas die Partner, die bei «Eine Million Sterne» mitmachen?

Wir helfen gern mit unserer Erfahrung, denn wie immer steckt mehr dahinter, als einem bewusst ist. Die Kerzen sind das eine, die Vorbereitung das andere: Wieviel Platz haben wir, welche Form soll die Illumination haben, ein Stern, ein Engel, wieviel Kerzen brauchts, liegen alle Bewilligungen vor, muss die Strassenbeleuchtung sowie das Licht von Geschäften oder Wohnungen für den Anlass gelöscht werden usw. Ausserdem ist ein Rahmenprogramm empfehlenswert – ein Chor, Instrumentalmusik, ein Krippenspiel. Es kommt so einiges zusammen, das organisiert werden will. Nebst den Kerzen haben wir auch Werbematerial für die Anlässe – Plakate, Flyer usw.

«Eine Million Sterne» hilft Menschen in Armut – wie geht es dem Anlass selber?

Wir arbeiten daran, neue Partner zu gewinnen; in letzter Zeit haben wir etwas an Boden verloren. Die Pfarreien bleiben uns treu, und es machen auch Schulen mit. Aber der Anlass wäre auch gut geeignet für nichtkirchliche Organisationen; gerade im geschäftlichen Umfeld könnte «Eine Million Sterne» etwas Besonderes sein. Die Botschaft ist nicht religiös. Und alle Menschen verstehen sie.

Auf dem Balkon überstehen Kerzen kaum ein Lüftchen. Wie kriegen Sie das hin?

Früher war es auch für uns heikel, die Kerzengläser waren anfangs kleiner als heute. Bei der Hofkirche in der Stadt Luzern zum Beispiel ist es nicht einfach, alle Kerzen auf den Treppenstufen bis ganz oben brennend zu halten. Deswegen sind die Helferinnen vor Ort so wichtig.

Hat sich schon mal jemand die Finger verbrannt?

Brenzlig wurde es schon, aber nie richtig heiss, könnte man sagen. Da und dort war schon mal ein Jackenzipfel etwas nahe an einer Flamme dran. Deshalb gehören Löschdecken zur Ausrüstung dazu. Und auch die Helfer sind geschult, besonders darauf zu achten.

Brennt tatsächlich eine Million Kerzen?

Das müsste mal jemand nachzählen (lacht) – an einer grossen Illumination wie derjenigen vor der Hofkirche sind es nahezu 3000 Kerzen.

Interview: Thomas Stucki

*Gina Egg ist im Fundraising von Caritas Luzern verantwortlich für «Eine Million Sterne». Die Aktion ist in der Zentralschweiz mit rund 40 von 120 Projektpartnern gut vertreten.

Lichter und gute Wünsche für Menschen in Armut

Die Aktion «Eine Million Sterne» findet am Samstag, 14. Dezember, statt – an vielen Orten im ganzen Kanton. Es ist auch möglich, seinen Herzenswunsch im Lichtermeer aufleuchten zu lassen. Dazu schreibt man online einen Wunsch für einen lieben Menschen auf eine Kerze. Diese Person erhält dann ein Bild der Kerze per E-Mail, und Caritas stellt die Wunschkerze am 14. Dezember in einer von acht Städten nach Wahl auf. Die Kerze leuchtet dann einem Kerzenmeer aus Wünschen – und wird so zu einem eindrücklichen Zeichen der Solidarität mit Armutsbetroffenen. Wunschkerzen sind gratis, denn Wünsche sind unbezahlbar», schreibt Caritas.