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50 Jahre Kirchenmusiker: Da bedankt sich sogar der Papst bei Markus Zemp

Gemeinde- und Pastoralraumleiter Urs Corradini und Kirchgemeindepräsidentin Luzia Felder freuen sich mit Markus Zemp (Mitte) über die päpstliche Verdienstmedaille. | © 2019 Ruedi Emmenegger / Entlebucher Anzeiger
Gemeinde- und Pastoralraumleiter Urs Corradini und Kirchgemeindepräsidentin Luzia Felder freuen sich mit Markus Zemp (Mitte) über die päpstliche Verdienstmedaille. | © 2019 Ruedi Emmenegger / Entlebucher Anzeiger

Ein halbes Jahrhundert steht der Schüpfheimer Musiker Markus Zemp im Dienst der Kirchenmusik. Noch als Seminarist hatte er 1969 seine erste Stelle als Aushilfs-Chorleiter angenommen, und unter greift er seit 25 Jahren als Hauptorganist seiner Heimatpfarrei in die Tasten. Für seine kirchenmusikalischen Dienste erhielt Zemp am Sonntag (9. Juni 2019) den päpstlichen Orden «Benemerenti».

von Ruedi Emmenegger / Entlebucher Anzeiger

Wie ein gewaltiges Brausen des Heiligen Geistes hörte es sich an, als Markus Zemp den Pfingstgottesdienst mit Improvisationen in den tiefsten Lagen eröffnete, die er ins kraftvolle Kyrie von Mozarts Spatzenmesse einmünden liess. Pastoralraumleiter Urs Corradini, der ihm am Schluss der Messe den päpstlichen Verdienstorden ansteckte und die Urkunde übergab, sprach von einem «Geschenk des Heiligen Geistes», das zu feiern wunderbar in dieses Pfingstfest passe. Kirchgemeindepräsidentin Luzia Felder würdigte das «enorme Engagement» von Markus Zemp, dankte für die langjährigen musikalischen Dienste in der Pfarrei und blickte auf die Stationen seines 50-jährigen Wirkens zurück.

Vom Primarlehrer zum Professor

Es begann 1969. Kurz vor der Diplomierung wurde der Hitzkircher Seminarist als Aushilfe-Chorleiter nach Malters geholt. Bald nach Antritt seiner ersten Stelle als Lehrer, Chorleiter und Organist in Dagmersellen nahm er berufsbegleitende Studien für Schulmusik, Chorleitung, Orgelspiel und Dirigieren an der Akademie für Schul- und Kirchenmusik in Luzern auf. Es folgten Weiterbildungen in Basel (Diplom für Orgellehrer, Klavierpädagogik) und Wien (Orchesterdirektion und Improvisation). Nach weiteren Stationen seines Wirkens als Chorleiter und Organist bekleidete der Entlebucher ab 1987 leitende Posten an der Hofkirche Luzern, vier Jahre als Stiftskapellmeister und 17 Jahre als Leiter der Cappella.

Als Musikpädagoge war Markus Zemp auf der Primar- und der Gymnasialstufe wie auch als Instrumentallehrer an Musikschulen, als Kursleiter in der Lehrerfortbildung und als Musikbeauftragter des Kantons tätig. Von 1987 bis 2012 war er Dozent für Dirigieren und Partiturspiel an der Hochschule Luzern – Musik, ab 2002 mit Professur. Er leitete die Abteilung Kirchenmusik, später auch jene für Dirigieren/Chorleitung.

Ein Leben für Musik und Kultur

Das Klavier im Haushalt der musikbegeisterten Familie Zemp animierte Sohn Markus zu eigenen Klangkreationen, lange bevor er mit seinem ersten Klavierlehrer in die Welt der Operetten und der Walzer eintauchte. In der Seminarzeit packte ihn die Liebe zur Königin der Instrumente: «Die Orgel fasziniert mich wegen ihrer Vielfalt an Klangfarben und der riesigen Spannweite zwischen höchsten und tiefsten Lagen.» Bei aller Hingabe an das klassische Repertoire liebt und pflegt Markus Zemp auch den Jazz.

«Gefragt wäre der Pfingstgeist»

«Es macht mich sehr glücklich, dass mein Wirken als Kirchenmusiker diese grosse Anerkennung findet», sagte Markus Zemp nach der Übergabe des Verdienstabzeichens. Seine Dankbarkeit für die Ehrung und der Name des aktuellen Kirchenoberhauptes auf der Urkunde führten ihn zur Schlussbemerkung, dass Papst Franziskus auf breite Unterstützung und massiven Druck von der Basis her dringend angewiesen sei, um die menschlichen Ressourcen in der Kirche zu nutzen. Explizit nannte er den Dienst der Frauen in der katholischen Kirche und die Abschaffung des Zölibats. Die Mutlosigkeit der schweizerischen Bischofskonferenz in diesen Fragen sei für ihn unverständlich. Pfingstliche Geistkraft wäre gefragt, um den Stillstand zu brechen…