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Scharpräsides
«Unser Präses schaut dafür, dass mit der Pfarreileitung alles rund läuft.» «Die Eltern haben mehr Vertrauen in unsere Arbeit, wenn sie sehen, dass die Präses im Lager dabei ist.» «Die Stimmung in den Höcks ist viel entspannter geworden, seit wir eine Präses haben.» Solche und ähnliche Aussagen zeigen, wie wichtig die Rolle eines/einer Präses für die Schar sein kann.
Während in manchen Scharen die Präsides an allen Höcks und Anlässen teilnehmen, besuchen andere Präsides vielleicht «nur» das Sommerlager und sind drei- bis viermal jährlich an einem Höck dabei. Es ist schwierig zu sagen, was eine gute Form ist, bzw. woran eine/ein Präses teilnehmen muss. Letztlich ist es entscheidend, dass Präses und Leitungsteam zusammen aushandeln, was gegenseitig gewünscht wird und (zeitlich) möglich ist. Es gibt leider keine Rezepte, sondern nur scharangepasste Lösungen – dafür haben diese dann hohe Chancen, für alle eine guter und gangbarer Weg zu sein. Dabei kommt es auch auf die Traditionen und Erfahrungen im Leitungsteam an. Darauf, welche Kontakte zur Pfarrei(leitung) vorhanden und wie alt die Leiter/innen sind. Noch vor 20 Jahren stellten sich die meisten Fragen gar nicht: Präses war üblicherweise der Pfarrer. Dies jedoch nicht nur in Jungwacht Blauring, sondern auch im Kirchenchor, dem Katholischen Turnverein, dem Kolpingverein und so weiter. Dementsprechend stand für den einzelnen Verein auch nur wenig Zeit zur Verfügung. Der Präses besuchte oft nur die Generalversammlung und bei Jungwacht Blauring noch das Sommerlager. Heute sind unsere Ansprüche ein wenig anders. Der/die Präses soll für die Schar (und auch für die Pfarrei) eine Ansprechperson sein, die unterstützende Arbeit leistet. Und doch darf ein/e Präses auf keinen Fall zu einer Art Überscharleiter/in werden. Präses sein heisst in erster Linie begleiten und unterstützen. Begleiten der ganzen Arbeit, die ein Leitungsteam macht, sowie auch einzelne Leiterinnen und Leiter mit ihren Fragen und Lebenssituationen. Unterstützen bei wichtigen Entscheidungen und bei deren Umsetzung.
 unterwegs -Grundlagen für Präsides
Glauben und Kirche
Gerade dieser Bereich löst bei mancher Leiterin, bei manchem Leiter, hin und wieder ungute Gefühle aus. Vielleicht hat jemand Angst davor, dass mit einem/einer Präses jeder Scharanlass mit einem Gebet begonnen werden soll und im Sommerlager der ganze Sonntag für die Eucharistiefeier «draufgeht». Solche Ängste sind nicht immer ganz und gar unbegründet. Es kann sein, dass ein/e neue/r Präses, vor allem wenn es sich um eine/n kirchliche/n Angestellten oder gar um einen Priester handelt, andere Vorstellungen bezüglich des religiösen Lebens der Jubla-Schar hat, als diese selbst. Gerade in diesem Bereich ist es darum wichtig, dass gemeinsam darüber gesprochen wird, welches die Erwartungen sind – und was auf keinen Fall Platz hat. Wer sich jedoch auf diesen Prozess einlässt, kann nur gewinnen. Die Auseinandersetzung damit, wo man selbst steht, woran man glaubt und wie man diesen Glauben leben will – oder gerade nicht – lässt uns reifer werden und «wachsen». Darin kann der/die Präses eine wichtige Rolle spielen, denn es handelt sich um eine Person, die sich gerade mit solchen Fragen auseinandersetzen will (und oft auch über eine entsprechende Ausbildung verfügt). Nicht im Sinne einer Missions- oder Überzeugsarbeit, sondern vielmehr als Gesprächspartner/in, vielleicht auch als jemand, an dem/der man sich «reiben», mit dem/der man streiten kann. Es ist also eine Chance, dass eine erwachsene Person als Begleitung zur Verfügung steht. Auch darum, weil die Eltern oft dadurch beruhigt werden, wenn ein/e Erwachsene/r mit ins Sommerlager fährt. Nicht weil sie zu den Leitenden zu wenig Vertrauen haben, sondern vielleicht eher, weil sie jene besser einschätzen können, die ihnen altersmässig näher sind. Das Thema «Glauben und Kirche» gehört seit jeher zu Jungwacht Blauring – das sieht man nicht zuletzt im Grundsatz «Glauben leben». Dazu kommt, dass sich die meisten Scharen stark über die Kirche finanzieren, Beiträge für Leiter/innen-Kurse, Sommerlager und Scharanlässe erhalten. Im Gegenzug wird von einer Schar erwartet, dass sich diese mit der Frage nach Glauben und Kirchlichkeit auseinandersetzt. Das heisst natürlich nicht, dass die Pfarrei konkrete Bedürfnisse «projizieren» darf (z.B.: «die Schar muss mindestens zweimal jährlich einen Jugendgottesdienst gestalten» oder «das Binden der Adventskränze ist Aufgabe von Jungwacht Blauring»). Es ist jedoch sicher berechtigt, dass das Thema des «Sponsors» (also der Kirche) sichtbar wird. Inhalt aus: Wegweiser - Eine konkrete Hilfe für die Scharleitung und das Leitungsteam rund um Fragen zum Präsesamt Weitere Informationen und Hilfsmaterialien für Präsides sind zu finden im Schub-Präsesteil sowie im Jubla-Shop
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